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Aktuelles und Neuigkeiten für Wohnmobilfahrer

Auf dieser Seite möchte ich Sie über aktuelle Gesetzesänderungen, Verordnungen und Neuigkeiten für Wohnmobilfahrer (und natürlich auch alle andere Autofahrer) informieren.

Wichtiges für die Urlaubsreisen

Der Brexit ohne Austrittsabkommen (no deal) und die Folgen für einen Urlaub in England, Schottland, Nordirland und Gibraltar (Stand 12.4.2019)
So, der Brexit ist auf spätestens 31 Oktober 2019 verschoben, nichts desto trotz ist immer noch offen welche Formalitäten in der "nach dem Brexit Zeit" gelten.

Die folgende Darstellung habe ich aus der Sicht eines EU-Bürgers erstellt.

  • Da Großbritannien nie zum Schengen-Raum gehört hat wird sich für EU-Bürger vermutlich wenig ändern.
    Für die
    Einreise benötigen Sie entweder einen gültigen Personalausweis oder Reisepass bzw. Kinderreisepass. Wahrscheinlich wird nach dem Immigration Act von 1971 wieder, wie es sich für eine Insel gehört, eine Landing- bzw. Disembarkment Card mit zusätzlichen Angaben (zu z.B. Aufenthaltsdauer, -Ort etc.) gefordert. Eventuell wird für eine Aufenthaltsdauer von > 3 Monaten (Studenten) ein Visum gefordert.
  • Der Umtauschkurs Euro zu Pfund wird mit großer Wahrscheinlichkeit günstiger. Bei Vorauszahlungen für Flug und Hotel oder Campingplatz sollte man dies im Auge behalten.
  • Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt nicht mehr, schließen Sie unbedingt eine Auslandskrankenversicherung ab. Natürlich haben Sie immer die Möglichkeit, die Arztrechnung privat zu bezahlen.
    Statement Gov.uk: There will be no change to the rights and status of EU citizens currently living in the UK until 30 June 2021, or 31 December 2020 if the UK leaves the EU without a deal.
    Ob dies auch für neu Einreisende gilt ist offen!
  • Ihre Auslandskrankenversicherung gilt weiterhin, fragen Sie aber zur Sicherheit Ihren Versicherer.
  • Das EU-Roaming Abkommen gilt nicht mehr. Sie müssen mit Gebühren in beide Richtungen rechnen, auch Gespräche aus Großbritannien könnten Ihnen belastet werden.
  • Ob Ihr Europäischer Führerschein in Großbritannien weiter anerkannt wird ist offen. Und wie dies für die alten grauen Klasse III Lappen aussieht ist offen. Hier eine Info des englischen Verkehrministerium an die Briten:
    "Wenn Sie Inhaber eines britischen Führerscheins sind und in der EU leben, sollten Sie Ihren Führerschein vor dem 29. März 2019 gegen einen internationalen tauschen." Denn sonst könnten die Briten in der EU nicht mehr hinter dem Steuer sitzen.
  • Bei Flugreisen wird es kritisch. Laut IATA muss von Pilotenlizenzen, Sicherheitsbestimmungen bis zu Flugstrecken alles neu verhandelt werden weil Großbritannien dann ein Drittstaat ist. Bis dato wurde der gesamte EU-Raum wie ein Land behandelt, alle EU-Airlines hatten gleiche Rechte und durften jedes Land innerhalb der Gemeinschaft anfliegen.
  • Die EU-Fluggastrechte gelten nicht mehr. Entschädigungen für Verspätungen etc. müssen nicht mehr bezahlt werden.
  • Ihre Fahrzeughaftplichtversicherung gilt innerhalb der geografischen Grenzen Europas und den außereuropäischen Gebieten im Geltungsbereich der EU. Sie sollten aber dringend eine gültige grüne Versicherungskarte mitführen!
  • Sowohl der englische Automobilclub RAC als auch der AA haben Unterstützungsabkommen mit dem ADAC. Diese privatvertraglichen Leistungen werden vom EU-Austritt nicht berührt.
  • Bei Ihrem Schutzbrief sollten Sie abklären ob sich der „europaweite Schutz“ auf das politische oder geografische Europa bezieht. Der ADAC-Schutzbrief gilt weltweit.
  • Alle Waren nach und von Großbritannien müssen nach WTO-Regeln verzollt werden. Der „grüne Ausgang“ auf Fährhäfen und Lufthäfen gilt nicht mehr. Zoll- und Finanztechnisch ist das „im Brexit vereinigte Königreich“ ab dem 29.3.2019 ein Drittland.         
    Für die Geldüberweisung außerhalb der SEPA (außereuropäisches Ausland, Drittländer) gelten unterschiedliche Regelungen (Gebühren, AWV-Meldepflicht). Ihre Bank gibt Ihnen bestimmt darüber Auskunft.
  • Für ein nicht auf Sie zugelassenes Fahrzeug (Mietfahrzeug, überlassenes Kfz) müssen Sie beim Grenzübertritt ggf. einen Eigentumsnachweis oder eine schriftliche Einwilligung des Fahrzeughalters vorweisen.
  • Folgende Unterlagen braucht Ihr tierischer Begleiter vor der Einreise aus Deutschland
    - Heimtierausweis, ausgestellt vom Tierarzt.
    - Mikrochip oder Tätowierung mit Identifikationsnummer

    - Bluttest und Zeckenkur sind mit Austritt aus der EU vermutlich wieder notwendig. Zeit zwischen Bluttest und
      erlaubter Einreise ins Land 6 Monate).
    - Tollwutimpfung, mindestens 21 Tage vor Reiseantritt
    - Bandwurmbehandlung, 1 - 5 Tage vor Einreise.

 

Gespanne ohne Öse drohen Bußgelder
Wer mit seinem Gespann durch die Schweiz, Niederlande oder Österreich fährt muss seinen Anhänger besonders sichern. Das Sicherungsseil darf hier nicht nur über die Anhängerkupplung gelegt werden sondern muss durch eine Öse geführt werden, sonst droht ein Bussgeld von umgerechnet bis zu 380 Euro.

Umweltzonen in Europa
Zur aktuellen Situation: Fahrverbote für Diesel gibt es bereits in Frankreich, Belgien, Italien, Portugal, Spanien. Die Umweltzonen in Europa werden immer mehr, die Einfahrvorschriften immer rigeroser. Hier finden Sie alle Informationen:
https://www.green-zones.eu/

Strafzettel in Europa können richtig teuer werden!
Wer im Ausland einen Strafzettel kassiert sollte ihn umgehend bezahlen
27 Mitgliedstatten  der EU haben sich darauf geeinigt, gegenseitig Geldstrafen und Bußgelder anzuerkennen. Nur Griechenland und Irland gehören nicht dazu. Bußgeldbescheide müssen in der Sprache des Verkehrssünders ausgestellt werden. Drei positive Seiten hat diese grenzüberschreitende Strafverfolgung: Punkte in Flensburg gibt es dafür nicht und der Führerschein kann nur in dem Land eingezogen werden, in dem das Vergehen stattfand. Auch die zu bezahlende Geldstrafe bleibt im Land und wird nicht an das Tatort-Land überwiesen.
Ein jeweiliges "Vollstreckungshilfeersuchen" geht über das Bundesamt für Justiz als Anhörungsbogen an den Verkehrssünder. Innerhalb von 14 Tagen kann er Einwendungen gegen die Vollstreckung vorbringen. Wer sofort bezahlt erhält meist einen Rabatt (z.B. Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Slowenien und Spanien) von bis zu 50%. Säumige Zahler riskieren dagegen hohe Mahngebühren.
Viele Staaten geben das Inkasso an private Firmen ab, diese haben allerdings keine staatlichen Befugnisse. Zahlungsaufforderungen privater Firmen sollte man vor der Zahlung überprüfen lassen. Bei vielen Ländern, z.B. Frankreich, kann man die Zahlung per Internet anweisen.
Für die grenzüberschreitenden Strafen gibt es Bagatellgrenzen, diese liegt allgemein bei 70 Euro, für Österreich/Deutschland allerdings bei nur 25 Euro. Diese Bagatellgrenzen beinhalten auch die Verfahrenskosten!
Nicht in jedem Land muss ein Fotobeweis vorliegen, meist gilt sowieso, wie z.B. in Holland oder Italien, die Halterhaftung. Es ist also egal wer gefahren ist.
Bußgelder und Strafen verjähren nach 3 Jahren. Allerdings kann in dieser Zeit die Strafe nach einem Grenzübertritt z.B. durch Sicherstellung oder Einzug des Fahrzeuges vollstreckt werden.
Quelle: Landsberger Tagblatt, 5.9.2017

Deutschland:
Ab heute, 1.7.2018, tritt die Mautgebühr für Fahrzeuge über 7.5 t auf Bundesstraßen in Kraft.
Da Reisemobile nicht für den Güterkraftverkehr bestimmt sind, bleiben sie auch weiterhin von der Maut ausgenommen – auch wenn sie mehr als 7,5 Tonnen wiegen sollten.

Belgien:
Auch in Belgien gibt es Umweltzonen und Umweltplaketten, z.B. für Antwerpen, Brüssel, Willebroek, Michelen und Gent. Unter www.lez-belgium.be findet man alle notwendigen Informationen zur Planung einer Reise durch Belgien und alle Regulierungen, welche auch gerade die großen Städte Gent, Antwerpen und Brüssel betreffen.
Seit Januar 2018 muss man sich vor der Einreise in die LEZ Brüssel bzw. Antwerpen in die LEZ-Datenbank eintragen!

Frankreich:
Frankreich senkt ab dem 1.7.2018 die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen von 90 km/h auf 80 km/h!
Seit dem 1.4.2017 gilt auch für Urlauber eine Umweltvignettenpflicht wenn sie in eine Umweltzone (ZCR-Zone) einfahren möchten. Umweltzonen sind Paris, Grenoble, Lyon und ab Sept. 2017 auch Lille, Strasbourg  sowie deren umliegenden Gemeinden. Neu sind ab  Dez. 2017 der Großraum Toulouse (inkl. 37 Gemeinden) sowie die Departements Savoie/Chambery, Haute Savoie/Annecy, Maine-et-Loire/Angers, Gerdes/Auch und Vendée/La Roche-sur-Yon.
Die Umweltplakette Crit`Air gibt es in sechs Kategorien.  Diese sind eingeteilt nach Jahr der Erstzulassung und den Abgaswerten. Beantragt wird die Vignette, die auch für ausländische Fahrzeuge Pflicht ist, einer mit Kopie des Fahrzeugscheines (Zulassung Teil I oder II oder COC????). Versandt wird sie an die dort eingetragene Adresse. Für die Zeit bis zum Eintreffen per Post kann man die vorläufige Plakette ausdrucken. Bis 3,5t zul GM gilt das Fahrzeug als PKW, darüber wird der Lkw-Tarif berechnet. Die Kosten für Ausländer liegen bei ca. 5 € . Fahren ohne Plakette in einer Umweltzone kostet ein Bußgeld (damit auch in Deutschland vollstreckbar) von 68 € für Pkw und 135 € für Lkw und Busse.
Informationen erhalten Sie hier: http://at.france.fr/de/info/franzoesische-umweltplakette-crit-air-vignette

Alkoholtester im Fahrzeug mitführen
Zum 01. Juli 2012 wurde in Frankreich die Mitführpflicht für Alkoholtester in Kraftfahrzeugen eingeführt.
Ungefähr ein halbes Jahr, nachdem die neue Regelung in Kraft getreten ist, wurde sie auch schon wieder gekippt. Die Gründe: Ungenauigkeit der Messgeräte, Lieferengpässe und eine neue Regierung. Der neue Premierminister Manuel Valls sagte zu diesem Thema wortwörtlich, es werde „keine verpflichtenden Alkoholtests und erst recht keine Sanktionen“ für Autofahrer geben. Momentan ist das Mitführen von Alkoholtestern zwar verpflichtend, es drohen allerdings keine Strafen, wenn man kein solches Testgerät dabei hat.

Bußgelder können in Frankreich auch per Internet bezahlt werden.
Hier der  Link: https://www.amendes.gouv.fr/portail/index.jsp
Parkknöllchen können im Tabakladen mit einer Bußgeldmarke "Timbre amende" bezahlt werden.

Italien:
Generelle Winterreifenpflicht ab 15.10 - 15.4 am Brenner ab Landesgrenze und im Aostatal.
Ganzjährige, situative Winterreifenpflicht in Südtirol.

Wer ohne Freisprechanlage telefoniert, muss ab dem 1. Januar 2017 in Italien mit Geldbußen zwischen 161 und 646 Euro rechnen. Zudem können die Behörden den Führerschein 15 Tage bis drei Monate einziehen. Das gilt laut ADAC für deutsche Führerscheininhaber aber nur für das italienische Staatsgebiet, nicht für Deutschland. Die Weiterfahrt ist nur bis zum Urlaubsort oder nach Hause gestattet. Bei einem Unfall kann zudem auch das Handy eingezogen werden. Quelle: ADAC.

Österreich:
Das Maut-Pickerl gibt es ab sofort über die Asfinag-App "unterwegs" auch in digitaler Version.
Diese ist an das Kennzeichen gebunden und hat eine 18-tägige Sperrfrist. Ab Mitte 2018 ist es auch bei den ADAC-Geschäftstellen erhältlich und ist sofort gültig.
Winterreifenpflicht auf schneebedeckten Straßen vom 1.11. - 15.4.

Schneeketten nach Ö-Norm, Wintereifen nur mit Alpin Symbol.

Tschechien:
generelle Winterreifenpflicht ab 1.11. - 31.3.

Bei allen Verkehrskontrollen wird ein Alkoholtest durchgeführt

Großbritannien:
Der Großraum London ist eine Niedrigemissionszone (LEZ). Dieselbetriebene Kfz unter 1,2t  dürfen dort einfahren, müssen sich aber vorher mit ihrem Kennzeichen (Videoüberwachung) kostenlos registrieren https://tfl.gov.uk/modes/driving/low-emission-zone. Achtung: Die Einspielung der Registrierung dauert ca. 14 Tage!
Oft kann die Maut (Citymaut London, Themsebrücken) nicht vor Ort bezahlt werden, sondern nur Online oder mit telefonischer Anmeldung (https://www.adac.de/reise_freizeit/maut/grossbritannien/default.aspx?ItpId=56)

Wegen des Linksverkehrs müssen die asymmetrischen Scheinwerfer (der rechte) teilweise abgeklebt werden um den Gegenverkehr auf der rechten Straßenseite nicht zu blenden.

Griechenland:
Halteverbotsschilder mit einer senkrechten weißen Linie gelten an ungeraden Tagen, Schilder mit zwei weißen senkrechten Linien gelten an geraden Tagen!

Kroatien:
Das "Freistehen" ist in Kroatien verboten.
Außerdem: "Ausländer müssen sich in Kroatien innerhalb von 48 Stunden bei der Polizei oder über das örtliche Tourismusbüro anmelden. Bei der Unterbringung in einem Hotel, in einer Pension oder auf dem Campingplatz erfolgt die Anmeldung in der Regel durch deren Besitzer. Individualreisende müssen ihrer Anmeldepflicht selbst nachkommen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder."
Bis zu 800 € müssen Kraftfahrer ohne gültige Vignette in Slowenien berappen, warnt der ADAC. Bei sofortiger Zahlung wird das Bußgeld halbiert.

Slowenien:
generelle Winterreifenpflicht ab 1.11. - 31.3.
Für Slowenien gibt es ab dem 1.4.2018 eine Änderung in der Mautabrechnung für Wohnmobile größer 3,5t. (siehe Link)

Schweiz:
keine Winterreifenpflicht
In der Schweiz gilt tagsüber eine Lichtpflicht. Wer das Einschalten des Fahrlichtes vergisst wird mit umgerechnet 32.-€ daran erinnert.

Keine HU-Plakette für Wohnmobile mit unvollständiger Ausstattung
Unvollständig ausgestattete Wohnmobile bekommen bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) keine Plakette.
Ab Mitte 2015 werden auch die elektronischen Systeme auf Funktion überprüft. Sind die Helferlein defekt, manipuliert oder ausgebaut gibt es keine HU-Plakette (Quelle Motor Sport 1.2.2015).
Ab 2018 wird die Abgasuntersuchung wieder mit Messungen am Endrohr durchgeführt. 

Überladung:
Im neuen Bußgeldkatalog (01.04.2013) sind die geänderten Strafen für Überladung erläutert. Die Grenzen beziehen sich auf das zul. Gesamtgewicht als auch auf die zul. Achslasten. Wer also das zGG einhält, aber eine Achslast überschritten hat, zahlt.
Überschreitung in v.H. bei Kfz bis 7,5t
mehr als 5 bis 10% Verwarnungsgeld 10€ / keine Punkte
mehr als 10 bis 15% Verwarnungsgeld 30€ / keine Punkte
mehr als 15 bis 20% Verwarnungsgeld 35€ / keine Punkte
mehr als 20% Bußgeld 95€ / 3 Punkte
mehr als 25% Bußgeld 140€ / 3 Punkte
mehr als 30% Bußgeld 235€ / 3 Punkte
(Quelle: ACE Automobilclub)

Übrigens: Von der Polizei Rheinland Pfalz gibt es übrigens viele und gute Tipps zur Verkehrssicherheit von Wohnmobilen.

Stand 23.6.2019

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