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Einführung, - Generelles zu Wohn- und Reisemobilen, verschiedene Grundrisse

Diese Seite soll eine Einführung zu Aufbau und Technik im Wohnmobil geben. Einzelheiten dazu finden Sie in meinem " ABC rund ums Wohnmobil", in dem die Technik und Ausstattung im Einzelnen ausführlicher erklärt sind.

  • Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Konzepte, um ein Wohn- bzw. Reisemobil aufzubauen.

  • Der Ausbau eines serienmäßigen Kastenwagen (mehr Reisemobil),

  • der Aufbau von Wohnkabinen auf serienmäßige Pick-Up, die sich absetzen lassen und

  • die feste Montage eines Aufbaus auf das Rohchassis eines Lieferwagens oder LKWs (mehr Wohnmobil).

Ungeachtet des Konzeptes gibt es auf jeden Fall Grenzen durch die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung in Form von Höhe (max. 4m), Breite (max. 2,55m), Länge und technisch zulässiger Gesamtmasse (zGM, kleiner/größer 3,5t).

Innerhalb dieses Rahmens sollte die Aufbaukonstruktion eines Wohnmobiles folgende Grundbedürfnisse der Nutzer zufrieden stellen:

  • Komfortables und sicheres Reisefahrzeug

  • Ausreichend Wohnraum mit bequemen Sitzgelegenheiten und Tisch, sodass man sich auch bei schlechtem Wetter gerne darin aufhält,

  • Ausreichend Schlafraum, möglichst mit guten Matratzen und Lattenrost,

  • Wasch- und Duschmöglichkeit, genügend Frisch- und Abwasserkapazität, Toilette

  • wintertaugliche Heizung, eventuell Klimaanlage für den Sommer?,

  • Küchenzeile mit Herd, Spüle und Kühlschrank, eventuell erweiterter Küchenkomfort mit Backofen, Mikrowelle, Dunstabzug und Kühl-Gefrierkombination und natürlich

  • genügend Batteriekapazität um Licht, Heizung, Pumpen etc. auch bei fehlendem 230V Anschluss betreiben zu können und natürlich

  • viel Stauraum (Doppelboden, Heckgarage) für Urlaubsgepäck, Sportgeräte, etc.

Bei der Realisierung dieser Wünsche kommt man sehr schnell an die zuvor erwähnten Grenzen (Länge, zulässiges Gesamtgewicht, Fahrerlaubnis B oder C1).

Die Konstrukteure versuchen diesen Spagat durch den Einsatz von leichteren Möbel, leichten Matratzen, Einschränkungen bei Batterie, Gas, Frisch- und Abwasserkapazität und Verwendung von vielen Kunststoffteilen und leider auch zunehmend durch die Verringerung der Anzahl zugelassener Sitzplätze zu bewältigen.

Im Detail spielen dann außerdem Dinge wie Tiefrahmenchassis, Doppelboden, Front- oder Heckantrieb, Aufbau aus Alu-Compound oder GFK, Alkoven- oder integrierter Aufbau und der gewünschte Grundriss eine Rolle. All diese Begriffe und ihre Zusammenhänge versuche ich auf den folgenden Seiten allgemein-verständlich zu erklären.

Das ABC bezieht sich auf alle Wohn- oder Reisemobile.
Luxusreisemobilen mit eingebautem Generator, Waschmaschine und integrierter PKW-Garage habe ich allerdings weniger Aufmerksamkeit gewidmet und für Expeditionsmobile gelten natürlich wieder andere Gesichtspunkte. Aber die zugrunde liegende Technik und Einbauteile kommen eigentlich überall von den gleichen Zulieferern. Das Baujahr spielt bei den Unterschieden deshalb eine wesentlich größere Rolle.

Zum Schluss dieses allgemeinen Überblicks möchte ich Ihnen drei wichtige Kernpunkte bei der Auswahl ihres Wohnmobils ans Herz legen:

  • Alles ist machbar, sie sollen sich in Ihrem Wohnmobil wohl fühlen,

  • Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Mit jedem Vorteil ist meist auch ein Nachteil verbunden, betrachten Sie also bitte immer beide Seiten.

  • Auf 12 – 20 m2 Fläche eines Wohnmobils lässt sich nun mal nicht der Komfort und die Einrichtung einer 4-Zimmer Wohnung unterbringen.

Und nun ein paar Worte zu den Hauptthemen:


Kleine Einführung zu den Themen Chassis, Aufbau, Elektrik, Gas, Wasser, Heizung, Küche, Bad ,Toilette

Chassis:
Bei den Kastenwagen ist der Chassishersteller leicht zu erkennen, bei den Vollintegrierten ist es erheblich schwieriger. Deshalb mal eine kleine Zusammenfassung der meist gewählten Kleintransporter (bis 3,5t) und Leicht-LKW (bis 7,5t) mit den wichtigsten Hauptmerkmalen:

  • Citroen Jumper        baugleich zu Fiat X250290 Multijet, auch Heavy-Fahrgestell

  • Fiat X250/290/Multij. zGM bis 4,2t, Frontantrieb, Tiefrahmen, L-, H- & Maxichassis

  • Ford Transit            zGM bis 3,8t, Front- Heck- oder Allradantrieb, Zwillingsbereifung
                                 Mk7 ab BJ 2014  4,6t und Euro 6

  • Iveco Daily             zGM 3,5t bis 6,4t, Heckantrieb, Zwillingsbereifung

  • MB Sprinter I & II    zGM bis 5t, Heck- / Allradantrieb, Zwillingsbereifung, Tiefrahmen

  • Peugeot Boxer         baugleich zu Fiat X250/290 Multijet

  • Renault Master        zGM bis 4,5t, Front- oder Heckantrieb, Zwillingsreifen

  • VW T4, T5, T6        zGM bis 3,5t, Front-, oder Allradantrieb

  • VW LT 28-55           zGM bis 5,6t, Heck- und Allradantrieb, Zwillingsbereifung

  • VW Crafter (LT3)     zGM bis 4,6t, bis 2015 baugleich zu MB Sprinter, Vorgänger war LT2

  • VW Crafter ab 2016  zGM bis 5t, Front/Heck/Allrad, Automatik, Euro 6

Die LKW-Chassis (bis 12t) von Iveco, MAN, MB, oder Scania bilden eine weitere Gruppe, auf die ich aber hier im Detail nicht eingehen möchte.

Motorleistung, Emissionsklasse, Achslasten, Tiefrahmenchassis, Front- oder Heckantrieb, Luftfederung, Radstand, Tandemachse, zulässige Gesamtmasse und nicht zuletzt der Preis sind Punkte, die mit der Chassisauswahl eng verbunden sind. Aber auch das Thema Zuverlässigkeit und Rostvorsorge der einzelnen Hersteller wird heftig diskutiert. Ab Exmissionsklasse Euro 6 wird auch die Frage präsent: Mit oder ohne SCR System (AdBlue Zusatz)? Nicht zuletzt sollte man auch auf Feinheiten wie z.B. Kopffreiheit, Sichtfeld oder auch dem seitlichen Abstand von Gas- zu Bremspedal achten.


Aufbau:

Der Aufbau besteht aus einer stabilen, isolierenden Bodenplatte, Seitenwände Heckwand und Dach entweder in Holzskelett- oder mit Alu/GfK-Verbundwänden. Das alles wird entweder mit Ringankerprofilen, Schrauben oder Kleber miteinander verbunden und ist ein selbsttragendes Teil auf dem Grundchassis. Die Außenhaut besteht dabei entweder aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus Aluminiumblech, die Isolierung aus Styropor oder PU-Schaum.

Fenster, Tür und Dachfenster sorgen für Licht und Frischluft. Bei den Betten stehen Alkoven, Heckbett oder ein Hubbett zur Auswahl. Möbel, Bad, Toilette, Küchenzeile, Heizung, Kühlschrank, Licht und Elektroversorgung vervoll­ständigen die Einrichtung. Zusammen mit dem Chassis haben Sie nun ein Fahrzeug mit einem bestimmten Leergewicht.

Betriebsmittel wie Diesel, Wasser und Gas und das Gewicht der Personen, die auf den eingetragenen Sitzplätzen Platz nehmen dürfen, ergeben die Masse im fahrbereiten Zustand. Die Differenz zur technisch zulässigen Gesamtmasse ist dann das mögliche Sonderzubehör wie Markise oder eine zweite Aufbaubatterie und die Zuladung an Sportgeräten, Lebensmittel und sonstigen Dingen, die Sie so im Urlaub benötigen.

Vergessen Sie bei der Euphorie über die große Heckgarage aber nicht die Frage, wo Sie tagsüber das Bettzeug für die 5-köpfige Familie verstauen.

Der Grundriss, Alkoven, teil- oder vollintegriert, Stauraum und Heckgarage, Doppelboden, Hub- oder Heckbett, Küchenzeile, Bad, Toilette und nicht zuletzt die Ausstattung sind Merkmale der verschiedenen Aufbauarten und Hersteller.

Ob die Einstiegstüre hinten oder vorne liegt hängt vom Grundriss ab, viel wichtiger ist allerdings die Türenbreite. Ein schultermäßig gut gebauter Mann steigt bei einer Türrahmenbreite von 55 cm nur mit seitlicher Körperdrehung ein. Steht dann auch noch ein oder zwei Schließzapfen über den Rahmen hinaus wird es schnell eng. Auf Messen fällt das nicht so sehr auf, wenn man aber ein Tablett oder den heißen Spagettitopf durchjonglieren muss sieht es anders aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kombination Sitzkonsole/Drehteller/Sitz in Verbindung mit einem Alkovenaufbau bzw. des oberen Fensterrandes. Hier kann es für große Fahrer beim Sichtfeld oder der Kopffreiheit schon mal eng werden.

Ausstattungsmerkmale der höherpreisigen Komfortklasse sind elekrtische Zuziehhilfen für die Aufbautüren oder elektrische Zentralverriegelung für Küchenschubladen.


Elektrik:
Das Chassis hat eine Batterie zum Start- und Betrieb des Fahrzeuges. (der Verständlichkeit halber verwende ich hier diesen allgemein gebräuchlichen Ausdruck, richtig ist allerdings der Begriff „Akkumulator“). Die elektrische Versorgung des Aufbaus erfolgt über eine (oder zwei) zusätzliche Batterie(n). Während der Fahrt werden alle Batterien miteinander verbunden und über die Lichtmaschine geladen.
Bei stehendem Motor sind Start- und Aufbaubatterie getrennt, die Aufbaubatterie kann dann über das eingebaute 230V Ladegerät oder ein zusätzliches Solarpanel geladen werden.

Das Ladegerät und/oder die Aufbaubatterie versorgen dann über Sicherungen und Schalter die angeschlossenen 12V Verbraucher wie Licht, Wasserpumpe, Heizung, Kompressor-kühlschrank oder Sat/TV.

Möchte man zusätzlich auch 230V-Geräte wie z.B. Kaffeemaschine oder Fön betreiben, muss man entweder eine 230V Zuleitung (Campingplatz) anschließen oder einen 12V zu 230V Wechselrichter benutzen.

Genügend Strom ist eine Grundvoraussetzung für autarkes Stehen. Dieser Strom wird in der Aufbaubatterie gespeichert. Entnommener Strom muss durch Ladung mittels Lichtmaschine, 230V Ladegerät oder Solarpanel ersetzt werden. Entscheidend für autarkes Stehen ist deshalb auf der einen Seite die Batteriekapazität (Ampere/Stunde) und die Ladekapazität von Lichtmaschine und Solarpanel.


Gasversorgung:
Zum Kochen und meist auch zum Heizen und Kühlen wird in Wohnmobilen Camping- oder Heizgas verwendet. Das Gas wird in „Tauschflaschen“ erworben, die Tauschflaschen werden dann in einem Gasflaschenkasten untergebracht. Die Gasflaschen haben, abhängig von der Außentemperatur, einen Druck von ca. 5-14Bar. Dieser Druck ist für die Gasgeräte zu hoch, deshalb wird er über ein Druckminderventil auf 30mBar reduziert. Mit verschiedenen Zusatzgeräten kann man z.B. zwischen zwei Gasflaschen unterbrechungsfrei umschalten oder die Gaszufuhr schaltet sich bei einem Unfall selbstständig komplett ab.

Die einzelnen Verbraucher, Absorberkühlschrank, Herd, Backofen, Heizung, Warmwasser-boiler, werden über Absperrventile an die Gasleitung angeschlossen. Eingebaute Flammsicherungen in den Geräten sperren den Gasaustritt wenn die Flamme erlischt.


Heizungssystem:
Die Heizung in Wohnmobilen ist meist entweder eine Warmluft- oder eine Warmwasserheizung. Eine Warmluftheizung erwärmt die Luft mit Heizgas oder Diesel und bläst sie mittels Gebläse und Umluftrohre in den Wohnraum. Bei der Warmwasserheizung wird Wasser erwärmt, das mit Hilfe einer Umwälzpumpe in Alurohrleitungen zirkuliert und mittels Konvektoren Wärme an den Innenraum abgibt. Die Temperaturregelung erfolgt per Vorwahl und Raumtemperaturfühler.

Heizungstechnisch ist bei Alkovenmodellen der Alkoven ein kritischer Punkt, bei Teil- oder vollintegrierten Aufbauten ist es der großzügig verglaste Frontbereich, in dem sich oft auch das Hubbett befindet. Hier muss man ggf. mit einer Zusatzheizung nachhelfen.

Bei Warmluftheizungen ist es möglich, auch den Abwassertank mit Warmluft zu umfluten, um die Frostgefahr zu vermindern. Bei Warmwasserheizungen kann man über einen Wärmetauscher während der Fahrt auch die Chassisheizung für die Wärme im Aufbau mit einbinden.


Küche:
Die individuelle Kochkunst darf sich hier auf einem gasbetriebenen Herd entfalten, die Varianten sind: offene Flamme oder abgedeckt durch ein Ceranfeld. Diesel- oder petroleumbetriebene Herde werden nur in Expeditions-mobilen oder auf Booten verwendet. Gasbetriebene Backöfen und Grill gehören zur gehobenen Ausstattung.

Zum Lagern der Lebensmittel dienen Kühl- und Gefriersysteme unterschiedlichster Größen. Meist handelt es sich um gasbetriebene Absorbergeräte, aber auch strombetriebene Kompressorkühlschränke gehören zu den Ausstattungsvarianten.

Luxuriös wird es dann mit zusätzlicher Ausstattung wie Dunstabzugshaube mit Außenkamin, Mikrowelle, Spülmaschine und Espressobar. Der Anschluss an „Landstrom“ ist dann aber zwingend notwendig.

Für Vans gibt es raumsparende, aus dem Fahrzeug herausschwenkbare, Küchenblocks.
 


Toilette, Dusche, Bad:
Dusche und Wasserhahnen sind inzwischen meist Haushaltsarmaturen und werden über einen zentralen Wassertank versorgt.

Die Toilette ist nach unten mit einem Schieber verschlossen und entleert sich meist in eine wechselbare Fäkalienkassette oder, bei größeren Fahrzeugen, in einen fest eingebauten Fäkalientank. Natürlich gibt es WC und Waschbecken auch in Keramikausführung, aber diese Variante geht mit deutlich höherem Gewicht dann zu Lasten der Zuladung.

Das Spülwasser wird entweder dem zentralen Wassertank, einem in der Toilette integrierten Spülwassertank oder bei sehr großen Wohnmobilen (Zuladung) einem separat installierten Spülwassertank entnommen.

Bad, Dusche und Toilette gibt es als gemeinsamen Raum oder als „Variobad“ mit einer Trenntüre bzw. Klappwand zwischen Bad/Dusche und Toilette. Angeboten werden auch sogenannte „Raumsparbäder“, hier wird zum Duschen das Waschbecken über die Toilette geklappt oder der Toilettensitz wird seitlich weg geschwenkt. Vor der nächsten Badbenutzung sollte aber der Raum getrocknet werden, sonst gibt es nasse Kleider.

Inzwischen werden auch Drehtoiletten angeboten, die bei Nichtbenutzung auf einem elektrisch betriebenen Schlitten in der Badwand/Heckgarage verschwinden. Dusche und Wasserhahn sind inzwischen meist Haushaltsarmaturen, WC und Waschbecken gibt es auch in Keramikausführung, aber diese Variante geht mit deutlich höherem Gewicht dann zu Lasten der Zuladung

Wichtiges Kriterium für die richtige Wahl sollten hier nicht Design sondern eher Körpergröße und Umfang der Nutzer sein. Was für eine 60kg Person als Grundfläche annehmbar ist führt bei einer 120kg Person zu blauen Flecken beim Föhnen.
 


Wasserversorgung:
Das Frischwasser einer Zapfstelle wird über einen Füllschlauch entweder in einem zentralen Wassertank oder in Kanister eingefüllt und im Bedarfsfall dann mit einer Pumpe zu den Hahnen in Küche, Bad, Dusche und Toilette gefördert.

Für Wohnmobilnutzer mit Kleinkindern und/oder Hunden empfiehlt sich für eine stressfreie „Einstiegsreinigung“ außerdem noch eine Außendusche.

Bei der Pumpe handelt es sich entweder um eine Tauch-, oder um eine außerhalb des Wassertanks montierte Membranpumpe.

Mit Hilfe eines Boilers (integriert in die Heizung oder separat) kann man das Wasser auf ca. 60° Celsius erhitzen und über Mischventile auf die gewünschte Dusch- oder Spültemperatur senken. Bei Frostgefahr wird der Warmwasserboiler über ein automatisches Frostschutzventil zwangsentleert.

Das Abwasser aus Bad, Dusche und Küche fließt über Waschbecken und Geruchsverschlüsse in den Abwassertank und kann aus diesem über einen Abwasserhahn entsorgt werden. Sowohl Frisch- als auch Abwassertank und deren Leitungen sollten frostsicher montiert sein.

Stand 2.2.2017


Im folgenden Abschnitt finden Sie weitere Informationen, die Einfluss auf die Wahl eines Grundrisses haben können.
Auch deshalb hier eine Prioritätenliste mit den Fragen:

  • Wohin sollen die Reisen hauptsächlich gehen? Vorwiegend wärmere Regionen, kühlere Regionen, Kurz-und Städtereisen oder mehrwöchige Europareisen im Rentenalter?
  • Wie viele Personen reisen mit? Nur zwei Erwachsene oder zusätzlich noch Kinder oder Enkel?
  • Sollen es Umbau- oder Festbetten sein?
  • Wird eine Garage benötigt um Fahrräder/Roller zu transportieren? Wie viel Stauraum wird benötigt?
  • Will man regelmäßig abends im Wohnmobil duschen?
  • Ist auch Wintercamping oder Reisen im Winterhalbjahr vorgesehen?
  • Kann man in einen Alkoven steigen oder möchte man ein Einzelbett?
  • welche Fahrerlaubnis besitzen die vorgesehenen Fahrer?
    Kl. B bzw. Kl. III alt                Nur bis 3,5t techn. zGM        
    Kl. C1 bzw. Kl. III alt              Bis 7,5t techn zGM   
    Kl. C bzw. Kl.II alt                  Über 7,5t techn zGM

 Bei den Betten gibt es eine Vielzahl von Varianten:

  • Längsheckbetten, als Grand lit oder als Einzelbetten.
  • Querheckbett, spart Fahrzeuglänge.
  • Queensbett, gibt und braucht viel Platz.
  • Alkovenbett, platzsparend, zum hochsteigen, aber auch als zusätzlicher Stauraum.
  • Hubbett, meist über den Frontsitzen, mit manuellem oder elektrischem Antrieb zum Absenken/Hochfahren.
  • Dinettenbett, das Bett wird durch Ablassen des Tisches und Umlegen der Polster aus den Sitzplätzen umgebaut.
  • Etagen- oder Stockbetten, meist längs oder Quer im Heckbereich, teilweise wegklappbar, für Erwachsene nur bedingt geeignet.

 Und nach den Betten zu den Bädern:

  • Längsbad, braucht viel Platz, egal ob mit oder ohne separate Duschkabine. Abschwenkbare Waschbecken sollen dann Platz sparen.
  • Längsheckbad, oft zusammen mit Längsheckbett.
  • Heckbad, schade um die Hecksitzgruppe, keine Heckgarage.
  • Raumbad, hat den Raum, der dann anderswo gespart wurde.

 Auch für die Sitzgruppen gibt es viele Grundrisse:

  • Die Hecksitzgruppe, die Mittelsitzgruppe, die Halbdinette oder die Doppeldinette sind Sitzgruppenformen, die sich auch zum Bett umbauen lassen.
  • Eine L-Sitzbank oder eine Längsbank finden sich meist in Verbindung mit drehbaren Frontsitzen und lässt sich oft in zwei weitere Einzelsitze mit Sicherheitsgurten umbauen.
  • Die Längssitzgruppe und eine Barsitzgruppe finden sich oft in den Liner-Modellen.

 Und zum Schluss noch die Küchenformen:

  • Die Längsküche, der Klassiker, beeinträchtigt nicht den Durchgang.
  • Die L-Küche, bietet viel Arbeits- und Ablagefläche.
  • Die Heckküche, für den Koch eine Freude, er kann ungestört werkeln solange der Eingang nicht hinten ist.
  • Die Mittelküche, eine moderne Hausküchenform, die nur in entsprechend breiten Fahrzeugen möglich ist.

 All diese Wünsche sollten dann in den verschiedenen Aufbauformen realisiert werden können:

  • Der Campingbus, event. mit Hubdach, alltagstauglich, kompakt, geringer Stauraum, beschränkte Bettfläche.
  • Der Kastenwagen, event. mit Hochdach, bedingt alltagstauglich, Sanitärausstattung, eingeschränkt wintertauglich.
  • Der Pick-up, kompakte Abmessungen, Kabine lässt sich absetzen, Basisfahrzeug lässt sich separat nutzen, mögliche Geländetauglichkeit, gewöhnungsbedürftige Fahreigenschaften, geringer Stauraum, eingeschränkte Grundrissvielfalt.
  • Das Alkovenmobil, größere Bauhöhe und damit höherer Spritverbrauch, viel und geräumiger Schlafraum, gut geeignet für Familien, Alkoven nur über Leiter erreichbar, viel Stauraum, viele Grundrisse.
  • Der Teilintegrierte, relativ geringe Bauhöhe, geringer Luftwiderstand, viel Raumgefühl, feste, Liegefläche oder Hubbett, drehbare und damit in den Wohnraum integrierbare Fahrer/Beifahrersitze, breiter Durchgang zum Wohnraum, viele Grundrisse.
  • Der Integrierte, großzügiges Raumgefühl, gute Sichtverhältnisse, großer Stauraum, größerer Heizungs/Kühlungsbedarf durch viel Fensterfläche, höhere Wartungsaufwand am Chassis, da schwierigere Zugänglichkeit zu Motor, etc, hohe Anschaffungskosten.
  • Der Liner, Großzügiges Raumgefühl im Fahr- und Wohnbereich, gute Übersicht, gute Wintertauglichkeit, großzügiger Wohnraum, Bad, Dusche, Toilette, bequeme Betten, Hoher Anschaffungspreis und Unterhaltskosten, Lkw-Führerschein, oft komplizierte Technik, unhandliche Abmessungen, problematisches Handling auf Campingplätzen, in Städten, Dörfern und Landstraßen.

 Als Fahrzeug werden die Chassis verschiedener Hersteller verwendet und diese haben natürlich, je nach Blickwinkel und Vorlieben, verschiedene Eigenschaften. Eine große Reisemobilzeitschrift hat Ende 2015 verschiedene Basisfahrzeuge (Kastenwagen) auf ihre Fahreigenschaften gestestet, die Ergebnisse möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, sie helfen Ihnen bestimmt bei der Vorauswahl Ihres Wohnmobils.

Das Verhalten von Fahrwerk, Motor und Sitzposition der Kastenwagen ist auch auf die Windlauf-Fahrgestelle der vollintegrierten Fahrzeuge übertragbar. Alle Testfahrzeuge wurden auf eine zul. Gesamtmasse von 3,5t beladen und auf gesperrten Straßen, Landstraßen und Autobahnen getestet. Weitere Testdetails können Sie sicher übers Internet googeln.


Verschiedene Grundrisse des Aufbaus - Alkoven, Teilintegrierter, Vollintegrierter, Vorteile ? / Nachteile ?

Der Grundriss bestimmt die Aufteilung des Aufbaus und ist so vielfältig wie die Wünsche der Benutzer. Man sollte sich vor dem Kauf überlegen, auf welche Dinge man Wert legt und was einem weniger wichtig erscheint. Vor einer Kaufentscheidung empfiehlt es sich, das gewünschte Reisemobil mal für ein Wochenende zu mieten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sich mit diesem Grundriss und der gewählten Größe lebt.

Grobe Stichworte zum Grundriss sind:

  • integrierter, teilintegrierter oder Alkovenaufbau?

  • Seitensitzgruppe oder Hecksitzgruppe?

  • Küchenzeile im Heck oder an der Seite?

  • Heckgarage oder lieber Doppelstockbetten etc,

Ich möchte Ihnen auf dieser Seite einige Grundrisse verschiedener Hersteller als Beispiel und Diskussionsgrundlage zeigen. Die Gliederung erfolgt nach:

  • Alkovenmodell,

  • Teilintegrierter Aufbau,

  • Vollintegrierter Aufbau oder

  • Kastenwagenausbau

Jede dieser Aufbauvarianten hat ihre Vor- und Nachteile, die z.T. konstruktiv bedingt sind.
Alkovenmodelle benötigen bei gleicher Aufbaulänge und Gewicht mehr Treibstoff als Teil- oder Vollintegrierte, da dieser Aufbau nicht unbedingt strömungsgünstig ist. Sie sind aber in der Regel winterfester und der Alkoven bietet viel Platz zum Verstauen des Bettzeug. Sie sind aber auch höher als Teil- oder Vollintegrierte und haben damit einen höheren liegenden Schwerpunkt. Auch möchten viele nicht für ein kurzes Schläfchen erst hochsteigen müssen, für Kinder wiederum ist dies ein Abenteuerschlafplatz mit viel Überblick und Angst vorm herausfallen haben nur die Eltern.

Teilintegrierte sind niedriger, strömungsgünstiger und haben noch den Vorteil eines Standardchassis mit Führerhaus. Der fehlende Alkovenschlafplatz muss hier halt in der größeren Länge zur Verfügung gestellt werden.
Bei beiden Modellen kann man durch einen isolierenden Vorhang zwischen Fahrerhaus und Aufbau den Wärmeverlust im Winter minimieren.

Vollintegrierte Mobile bieten durch die Integration des Fahrerhauses ein großes Raumgefühl, sind aber mit den großen Fensterscheiben in Einfachverglasung erheblich schneller aufgeheizt bzw. abgekühlt. Die Fahrzeuglänge beginnt hier meist ab 6m und geht dann bis über 8m. Auf solcher Länge lässt es sich natürlich komfortabler leben als in einem 4,9m Aufbau.
Hier ist der ganze Frontaufbau vom Aufbauhersteller, vom Chassishersteller kommen nur Chassisrahmen, Motor und Armaturenbrett. Das hat unter Umständen zur Folge, dass Ölwechsel oder der Wechseln einer Scheinwerferbirne etc. zum zeitraubenden Erlebnis werden. Auch sind die aufbauspezifischen Frontscheiben evtl. in der späteren Ersatzteilbeschaffung nicht so ohne weiteres für alle Fabrikate zu bekommen.

Eine Heckgarage bietet viel Stauraum, beladen entlastet dieser aber über die Hebelwirkung die Vorderachse, was bei einem frontgetriebenen Fahrzeug nicht unbedingt gewünscht ist. Motorräder sollte man im Anhänger transportieren.
Wichtig: Bei Fahrzeuglängen über 6m sollte man sich sehr überlegen ob man nicht auf ein Fahrzeug mit Heckantrieb geht und über 7m kommt man mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5t garantiert nicht mehr hin.

 

Alkovenmodell:

Links ist ein Alkovenmodell, bei dem sich eine L-Küche und Bad / Toilette im  Heck befinden. Der Aufbaueingang ist vorne. Die seitliche Mittelsitzgruppe kann zusätzlich zum Alkoven als Bett umgebaut werden. Ein großer Vorteil der Heckküche ist, dass keiner der zur Sitzgruppe will, sich am Koch vorbeidrücken muss.
Der Stauraum im Heck ist begrenzt, allerdings können zumindest die Betten im Alkoven aufbewahrt werden. Für einen Mittagsschlaf kann man hier den Alkoven benutzen, dann muss nichts umgebaut werden.

Auch der rechte Grundriss hat den Eingang vorne, im Heck befindet sich, quer eingebaut, ein Doppelbett. Der Nachteil eines Querbetts ist der gleiche wie im Alkoven, der hintere muss über den vorne liegenden steigen, wenn er nachts das Bett verlassen will. Die Seitensitzgruppe links  kann zusammen mit der Sitzgelegenheit rechts als Bett umgebaut werden.

Der rechte Grundriss ist meist auch mit Stockbetten im Heck lieferbari, meist kann man bei diesen Varianten das untere Bett hochklappen/schieben und damit eine kleine Heckgarage realisieren. Achtung, manche Stockbetten sind nur für Kinder gedacht und haben Einschränkungen in der Tragelast. Auch sollte man bedenken, dass diese "Garagen oder Heckstauräume" nicht geruchsdicht (Generator, Benzin, Moped) sind und es darüber im Bett meist kühler ist. Die Küchenzeile ist gegen über der Dinette. Bad & Kleiderschrank sind im Heckbereich.

 


Teilintegrierter Aufbau:

Hier ist ein Grundriss eines teilintegrierten Aufbaus abgebildet. Dieser Grundriss hat eine Sitzgruppe vorn über die ganze Aufbaubreite, die zu einem Bett umgebaut werden kann. Die Fahrer/Beifahrersitze können zum Tisch hin drehbar sein. Der Eingang ist mittig, der Küchenblock befindet sich hinter der Sitzgruppe. Das Queensbett oder auf französisch die grand Lit ist als Längsbett im Heck eingebaut, rechts daneben befindet sich Bad, Dusche und Toilette. Bad & Toilette sind hinten.

Der Grundriss rechts hat Bad, Toilette und den Kleiderschrank im Heck, davor ist links der Küchenblock. Die Sitzgruppe ist beidseitig und kann zusammen mit den drehbaren Fahrer/Beifahrersitzen genutzt werden.



 

 


Vollintegrierter Aufbau:

Dies ist ein ähnlicher Grundriss mit Hubbett über den Fahrer/Beifahrersitzen wie bei dem teilintegrierten Aufbau. Die Eingangstür ist aber hinten, zusammen mit  Bad und Küchenzeile. Die beiden Sitzbänke links und rechts mit dem absenkbaren Tisch können als weiteres Doppelbett umgebaut werden. Dieser Vollintegrierte hat eine Fahrertür, was nicht immer so sein muss.

Beim rechten Grundriss ist der Schlaf- und Badbereich im Heck. Eine L-förmige Sitzgruppe befindet sich im vorderen Bereich, die Aufbaueingangstüre ist in der Mitte

Unten links ist eine weitere Variante mit Doppelbetten im Heck zu sehen. Es handelt sich dabei um Längsbetten, mit Zugang seitlich. Davor befindet sich der Bad/Dusche/Toilettenbereich und noch weiter nach vorne der Küchenbereich. Die Sitzgruppe links wird nicht umgebaut, der Eingang ist mittig, der Schlaf- Badbereich kann durch eine Schiebetüre vom Wohnbereich getrennt werden. Dieses Raumkonzept lässt sich aber erst ab 8m Länge und um die 5t zGM realisieren.

 

 

 


Kastenwagenausbau:

Hier ein Grundriss eines ausgebauten Kastenwagens mit Hochdach. Hochdachversionen sind bedingt alltagstauglich (Länge/Breite OK, Höhe nicht garagenkonform). Der Wagen hat eine seitliche Schiebetüre, Küche & Bad sind in der Mitte, ein quer eingebautes Doppelbett ist im Heck. Bei diesem Modell lassen sich die Hecktüren des Kastenwagens öffnen.

 

 

 

 

 


Aufbaukabinen für Pick-Up's

Diese bilden, genauso wie Expeditionsfahrzeuge, eine Sondergruppe, die meist individuell gestaltet werden. Das Beispiel hier zeigt eine Pick-up Kabine, der Schlafbereich ist vorne im Alkoven, in der Mitte eine Sitzgruppe, die auch als Bett umgebaut werden kan und im Heckbereich Toilette und bad und rechts der Küchenblock.  Bei diesem Aufbau ist die Eingangstüre rechts, sie könnte aber auch in der Heckwand sein.

 

 

Stand 24.4.2016


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