Wohnmobil Beratung
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Entstehung unseres jetzigen Wohnmobils,
Suche, Wünsche und Voraussetzungen, Realisation
 

Vorgeschichte
Vier verschiedene Wohnmobile haben wir in den letzten dreißig Jahren besessen und gefahren. Manche waren nur kurz in unserem Besitz, mit anderen sind wir über 10 Jahre gefahren.
Wir waren erst zu zweit unterwegs, dann mit unserer Tochter und jetzt reisen unsere Enkel mit uns.In unserer Sturm- und Drangzeit waren wir mit den Surfbrettern immer an einsamen Stränden und damit in der Wildnis und beim Skifahren haben wir uns eigentlich nur zum Schlafen ins Womo zurück gezogen.
Heute gehen wir die Dinge doch etwas komfortabler an, suchen mehr die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, gehen auch mal auf Campingplätze und schätzen ein gutes Restaurant.

Eine ausführlichere Darstellung über die Entwicklung unserer Ideen und Vorstellungen finden Sie unter " Vorgeschichte"
Ein kleiner Hinweis: Viele Begriffe und Hintergründe, die Sie auf dieser und den folgenden Seiten finden sind im " ABC rund ums Wohnmobil" eingehend erklärt.


Fachliche Hintergründe für unsere Vorgaben
Nach vier verschiedenen Wohnmobilen mit unterschiedlichen Fahrwerks- und Aufbaukonzepten, nach vielen Urlauben und noch mehr Diskussionen was man alles besser machen könnte sollte jetzt der ultimative Fahrzeugwunsch umgesetzt werden. 

  • An erster Stelle stand der „Heckantrieb“, es sollte Schluss sein mit dem Durchdrehen der Vorderräder an leicht verschneiten Steigungen oder im nassen Gras.

  • Das Chassis sollte Reserven für genügend Zuladung haben, also Zwillingsreifen. Eine Auflastung über 3,5t sollte jederzeit ohne technische Aufrüstung möglich sein

  • An zweiter Stelle kam dann der Wunsch nach einer Hecksitzgruppe.

  • An dritter Stelle war uns ein handliches Auto wichtig, die Gesamtlänge sollte um die 6m sein.

  • An vierter Stelle der Prioritätenliste stand die Anforderung, mitfahrende Enkel angegurtet in Reichweite des Fahrers/Beifahrers zu haben, möglichst mit Sicht auf das Geschehen auf der Straße und natürlich sollte es aus Platzgründen auch wieder einen Alkoven haben.

Die restlichen Wünsche waren:

  • Winterfest, gute Heizung, frostsichere Frisch- und Abwassertanks,

  • Autarke Stromversorgung durch Solaranlage und große Batterien

  • Genügend Ablage für gespültes Geschirr,

  • Genügend Stauraum für Campingutensilien und Surfausrüstung.

Eine tiefere Darstellung, die zu unseren Vorgaben führte können Sie unter Fachliche Hintergründe  lesen.
 


Realisierung und Umsetzung
Am 19.April 2008 erhielten wir den ersehnten Anruf und gleichzeitig die ersten Bilder unseres zukünftigen Wohnmobils.
Produktionsbeginn !!! für unser neues Urlaubsgefährt. Vielleicht ist das was ich immer als Vision gesehen habe doch keine Vision? Spätestens als ich vereinbarungsgemäß eine zweite Anzahlung zum Produktionsbeginn überwies, war ich wieder in der Realität.

Von nun an ging es flott voran, aber wie überall steckt der Teufel im Detail. Wie beim Hausbau müssen halt einige Dinge zwischen den Beteiligten abgestimmt werden.
Der größte Teil der Abstimmung erfolgte per Telefon und eMail, ein Meeting erfolgte "vor Ort" beim Hersteller.  Da bei der Besprechung alle beteiligten Handwerker anwesend waren, konnten alle Änderungen bis ins Detail durchgesprochen und abgesegnet werden.
Fazit: Ein äußerst „konstruktives“ Meeting mit einem Hersteller, für den „Kundenwünsche“ kein angelerntes Fremdwort ist.

Ein weiteres Meeting wurde mit dem Airbrusher vereinbart um die Lackierung bzw. das Design vor Ort an den Originalflächen abzustimmen. Der nächste Termin war dann die ersehnte Abholung.

Diesen Teil erfahren Sie unter " Realisierung & Umsetzung".

Stand 16.4.2016


Vorgeschichte

Nach vier verschiedenen Wohnmobilen mit unterschiedlichen Fahrwerks- und Aufbaukonzepten, nach vielen Urlauben und noch mehr Diskussionen was man alles besser machen könnte sollte jetzt der ultimative Fahrzeugwunsch umgesetzt werden. 

  • An erster Stelle stand der „Heckantrieb“, es sollte Schluss sein mit dem Durchdrehen der Vorderräder an leicht verschneiten Steigungen oder im nassen Gras.

  • Das Chassis sollte Reserven für genügend Zuladung haben, also Zwillingsreifen. Eine Auflastung über 3,5t sollte jederzeit ohne technische Aufrüstung möglich sein

  • An zweiter Stelle kam dann der Wunsch nach einer Hecksitzgruppe.

  • An dritter Stelle war uns ein handliches Auto wichtig, die Gesamtlänge sollte um die 6m sein.

  • An vierter Stelle der Prioritätenliste stand die Anforderung, mitfahrende Enkel angegurtet in Reichweite des Fahrers/Beifahrers zu haben, möglichst mit Sicht auf das Geschehen auf der Straße und natürlich sollte es aus Platzgründen auch wieder einen Alkoven haben.

Die restlichen Wünsche waren:

  • Winterfest, gute Heizung, frostsichere Frisch- und Abwassertanks,

  • Autarke Stromversorgung durch Solaranlage und große Batterien

  • Genügend Ablage für gespültes Geschirr,

  • Genügend Stauraum für Campingutensilien und Surfausrüstung.

 

 

Im Sommer 2007 begann die Suche nach Informationen, das Internet wurde strapaziert, Prospekte herunter geladen und zum einfacheren Vergleich wurden alle Daten in einer Vergleichsliste erfasst.
Um es kurz zu machen, wir haben nichts gefunden.
Bald 70% aller angebotenen Fahrzeuge waren nur auf einem Chassis mit Frontantrieb erhältlich.
Die Forderung nach einer Hecksitzgruppe waren anscheinend überholt und falls es doch Fahrzeuge gab, dann erst ab 7m Gesamtlänge oder nur mit Frontantrieb.
Bei fast allen Herstellern war für die Fahrräder gesorgt, die standen warm und sicher in der Garage, aber der Tisch für 4 Personen war so klein, dass man nur eine Vesper zubereiten konnte. 

Mit all diesen Daten und Konzepten im Kopf gingen wir im Januar 2008 auf die CMT in Stuttgart. 

Wir fanden einige Grundrisse, die unseren Vorstellungen entsprachen, aber nicht mit Heckantrieb. Wir fanden auch einige heckangetriebene Wohnmobile, aber nicht mit den Grundrissen, die unsere Vorstellungen deckten.

Bei einem Hersteller blieben wir hängen, der Grundriss entsprach genau unseren Vorstellungen, aber auch hier war das Chassis ein Fronttriebler und ein Aufbau mit Hecksitzgruppe wurde in den Unterlagen nicht zusammen mit Heckantrieb angeboten.

Natürlich stellte ich auch hier meine Standardfrage: Ist dieser Aufbau auch mit Heckantrieb erhältlich??.
Zu meiner Überraschung fiel die Antwort anders als erwartet aus.
„Nein, den Grundriss haben wir nicht mit Heckantrieb im Programm, aber wenn Sie es wünschen dann machen wir das“.

Ich war erst mal verblüfft über diese so selbstverständlich vorgebrachte Antwort und fragte dann mehr scherzhaft „und was machen Sie sonst noch alles anders?“.
Es entwickelte sich eine äußerst interessante Unterhaltung und ich hatte bald den Eindruck sehr kompetente Antworten auf meine Anforderungen bzw. Fragen zu bekommen.

Der zentrale Wassertank konnte auf 100l vergrößert werden, der extra Kanister für die Wasserversorgung der Küche konnte durch einen Anschluss an die Warmwasserversorgung ersetzt werden und extra Stauraum unter dem Wagenboden sei überhaupt kein Problem. Auch wenn wir unter der Auswahl der vorgelegten Muster für die Polster und Vorhänge nichts finden würden, könnten wir jederzeit einen Stoff unserer Wahl bringen, er würde dann verarbeitet werden.

Die Verarbeitung von Möbel und Einbauten machte einen guten und soliden Eindruck, das Muster für den Möbelbau war eine 5-fach verleimte, 12mm starke Sperrholzplatte, kein Pappelholz. Plastikteile sah ich fast keine, das Gesamtdesign außen war aber eher konservativ.

Wir ließen uns Prospekte und Unterlagen geben und gingen heim. Das ganze mussten wir erst mal verarbeiten. Bis jetzt war das ganze eine Vision, aber es schien realisierbar. Der Preis war kein Pappenstiel, aber er lag im Bereich der Serienfahrzeuge mit vergleichbarer Ausstattung bzw. Qualität.

Ich war begeistert von den Möglichkeiten der Gestaltung, die sich hier auftaten. Meine Frau sah das ganze ein bisschen unaufgeregter. Ja, die Enkel waren angeschnallt, saßen direkt hinter uns, hatten eine Tischfläche zum Spielen und sahen durch die Frontscheibe alles was geboten wurde.
Ja die Hecksitzgruppe war toll und wenn ich unbedingt ein heckangetriebenes Wohnmobil wollte, ja auch OK. Aber die angebotenen Vorhänge, die Lackierung des Chassis und des Aufbaus, nein, das sei doch sehr konservativ und reiße sie nicht vom Hocker.

Meine Frau ging nochmals über die Messe um eine Lackierung zu finden, die ihren Vorstellungen entsprach. Sie wurde fündig, „Kristall-metallic-blau“ für das Fahrerhaus und den Übergang zum Aufbau, das Dekor für den Aufbau wollten wir dann mit Hilfe eines Air-Brush-Spezialisten aussuchen, besprechen und hoffentlich bezahlbar realisieren.

Wir hatten jetzt einen Grundriss gefunden, hatten ein Fahrgestell mit Heckantrieb und eine Vorstellung wie das Wohnmobil von außen aussehen sollte. Es war realisierbar, wir mussten uns nur entscheiden. Tage des Überlegens, des Gedanken wälzen und der Unsicherheit folgten. Am letzten Tag der Messe ging ich nochmals auf den Stand dieses Herstellers. Ich führte ein weiteres Gespräch zur Sondierung und bat, mir ein fundiertes Angebot zu erstellen, das auch den Rückkauf meines jetzigen Wohnmobils als Möglichkeit mit einbezog.

Aus unseren Erfahrungen, unserer Urlaubsvorstellungen und unseres Umfeldes wollten wir folgende Eigenschaften:

  • Ein Chassis auf Basis Ford Transit mit Heckantrieb und Zwillingsbereifung,
  • ein Aufbau mit Halbdinette vorn und Hecksitzgruppe, Gesamtlänge ca. 6m,
  • größerer Wassertank 100l, Küchenblock mit größeren Schubladen.
  • Abwassertank umbaut und mit Warmluft beheizbar,
  • Zusätzlichen Stauraum Unterflur, durchgehend,
  • Solaranlage mit Ausgang zur zusätzlichen Erhaltungsladung der Starterbatterie,
  • Dachträger und Heckleiter, Fahrradträger und Markise
  • Kleineres Heki-Fenster im Dach für mehr Ladefläche, Platz für Sat-Antenne
  • Fenster in Bad/Toilette anstatt eines Dachentlüfters
  • alle Ver- und Entsorgungsanschlüsse links auf der Fahrerseite
  • zwei Zwischenböden im Kleiderschrank, Zugang von innen zum Stauraum, zusätzliche Steckdosen 12V/230V bei der Hecksitzgruppe, Lautsprecher im Heck
  • Keine Ablageleiste unter den Hängeschränken hinten, nur vorne über der Halbdinette
  • Integrierte Einstiegstufe, tiefer ausgeführt (für Schuhablage oder Unterlegkeile)
  • Latexmatratze und Heizung für den Alkoven
  • Holzdekor in Buche, Arbeitsplatten/Tisch hellgrau, Einsäulentisch in Hecksitzgruppe und Halbdinette

Fachliche Hintergründe für unsere Vorgaben

Der Heckantrieb ist in meinen Augen bei Fahrzeugen ab 3,5t zGM und ab einer Aufbaulänge von ca. 6m erforderlich. Frontgetriebene Womo's dieser Gewichtsklasse und Länge heben bergauf selbst bei trockenen Serpentinenkurven das äußere Vorderrad und ist die Kurve verschneit schiebt er schnell nach außen.
Wenn schon Heckantrieb, dann gleich auch mit Zwillingsreifen, die Straßenlage ist besser und die vier Reifen hinten ermöglichen höhere Zuladungen im Heckbereich (Heckgarage, Fahrradhalter, Anhängerkupplung etc.).

Die Hecksitzgruppe ist teilweise bestimmt durch emotionelle bzw. geschmackliche Vorliebe. Aber man hat im Gegensatz zu den Sitzbereichen links oder rechts immer einen Ausblick und muss beim Frühstück nicht unbedingt in den Badbereich des Nachbarn schauen.
Leider hat dieser tolle Ausblick den Nachteil, dass er den Stauraum im Heck doch beträchtlich einschränkt.
Aus diesem Grund habe ich mich für einen zusätzlichen Stauraum unter dem Aufbauboden entschieden.
Durch die Verlegung des Abwassertanks an die linke Fahrzeugvorderseite hat sich nicht nur die Gewichtsverteilung verbessert, sondern es wurde der ganze untere Heckbereich für einen zusätzlichen Unterflurstauraum frei.

Ein beheizbarer, und damit benutzbarer, Abwassertank ist für Winterurlauber schon eine feine Sache. Denn immer nur mit "Eimer unterstellen" ist es doch nicht so komfortabel.
Auch eine Alkovenheizung mit Unterstützungsgebläse sind im Winter Bedingung. Matratzen und Bettzeug sind sonst empfindlich kalt.

Eine Solaranlage sorgt im Sommer und bei wenig Fahrbetrieb für gut gefüllte Batterien. Selbst im Winter sorgt sie zusammen mit guten Aufbaubatterien immerhin für 2-3 Tage Unabhängigkeit. Dann ist der Fäkalientank sowieso voll und man muss eine Fahrt zur Entsorgung antreten.
Wichtig ist, dass die Solaranlage auf jeden Fall auch die Starterbatterie mit einer "Erhaltungsladung" versorgt. So kann man im Winter sicher sein, dass der Wagen anspringt. Allerdings gilt dies natürlich nur für Womo's, die im Freien stehen. Ein Scheunendach ist hier eher kontraproduktiv.

Bestimmte Dinge wollten wir gleich berücksichtigen, damit es bei späterem Einbau platztechnisch keine Probleme gibt, wie z.B.

  • Anhängerkupplung versa Unterflurstaukasten, oder
  • Sat Antenne versa Surfbrett und
  • Surfbrett versa Solarpanel

Und jetzt geht es weiter mit dem spannendsten Teil, der Realisierung und Umsetzung.


Realisierung und Umsetzung, Produktion

Endlich, am 19.April 2008 erhielten wir den ersehnten Anruf und gleichzeitig die ersten Bilder unseres zukünftigen Wohnmobils.

  Produktionsbeginn !!! für unser neues Urlaubsgefährt. Vielleicht ist das was ich immer als Vision gesehen habe doch keine Vision? Spätestens als ich vereinbarungsgemäß eine zweite Anzahlung zum Produktionsbeginn überwies, war ich wieder in der Realität.

 

 



Gleichzeitig erhielten wir die ersten Skizzen, die auf dem Heckantriebschassis und der schon darauf montierten Bodenplatte basierten. Gegenüber dem auf der Messe gesehenen Aufbau sollten das Bad, die Halbdinette und die gegenüberliegende Küchenzeile um ca. 30cm kürzer werden.

 

Aufriss 

Ich habe das überhaupt nicht verstanden und meinen eigenen Grundriss angefertigt. Die Chassis-Daten habe ich mir aus dem Internet besorgt, die Aufbau-Daten habe ich dem Aufriss der Fa. Hehn entnommen.

Grundriss 

Bei mir hat nichts gepasst, ich hatte immer eine Differenz von ca. 20cm und warum das Bad nicht da war wo es beim Messe-Modell war habe ich auf den Aufrisszeichnungen auch nicht begriffen. So wollte ich das Thema „Realisierung einer Vision“ nicht beginnen und habe natürlich sofort rückgefragt, Die Antwort war einfach und ernüchternd:

Der von Ihnen gewählte Grundriss basiert auf einem frontgetriebenen Fahrgestell mit einem Radstand von 3,75m. Das heckgetriebene Chassis hat aber nur einen Radstand von 3,5m, deshalb wandern die Radausschnittkästen um 25cm nach vorne. Gleichzeitig ist die B-Säule des Hecktrieblers um ca. 5cm breiter und für die Stirnfläche wird auch eine Trennwand benötigt, die ja eine Wandstärke von 3,5cm hat. Damit muss Halbdinette und Bad bzw. der Küchenblock auf der Beifahrerseite um ca. 30cm kürzer ausfallen“.

Ich war geschockt, soviel Abstriche hatten wir uns für den Vorteil eines Heckantriebs nicht vorgestellt.
Nach einem kurzen Telefongespräch mit dem Hersteller habe ich dann kurzfristig einen Termin zur „Aufbaubesichtigung“ ausgemacht. Natürlich ist Duisburg für einen Schwaben nicht gerade vor der Haustüre, aber für die Umsetzung meiner Vorstellung war mir der Weg nicht zu weit.
Vor Ort, den Gegenstand meiner Wünsche direkt vor Augen, war dann die Lösung eigentlich gar nicht so schwierig.

Die Duschwanne war das Problem, sie musste weiter zum Heck wandern. Das ging aber wegen der Radkästen nur wenn sie gleichzeitig höher gesetzt wurde. Wir beschlossen also, das unter der Hecksitzgruppe vorgesehene Podest auf die Höhe der Radkästen um ca. 6cm abzusenken und in Richtung Front bis zum Ende des Küchenblocks bzw. des Bades vorzuziehen. Damit könnte die Duschwanne höher eingebaut werden, ohne dass man zum Bad eine Stufe hochsteigen musste. Der vorgezogene Podestraum sollte mit einer Klappe versehen werden und könnte dann als weiterer Stauraum dienen. Die Hecksitzgruppe sollte auf der Fahrerseite auf Länge von 1,45m verkürzt und auf der rechten Seite auf 1,45m verlängert werden.

Die Aufbaulänge sollte auf eine Gesamtlänge von 6,26m vergrößert werden. Mit der zusätzlich gewonnenen Länge würden das Bad und die gegenüberliegende Küchenzeile vergrößert und die vordere Sitzgruppe wird so verwirklicht werden, wie sie ursprünglich vorgesehen war.
Damit die Stehhöhe an der Küchenzeile nicht unter dem vorgezogenen Podest leidet, sollte die Dachlinie vom Alkoven bis zum Heck gerade ausgeführt werden. Dies hätte den weiteren Vorteil, dass auch längere Gegenstände wie Surfbrett und Masten horizontal transportiert werden könnten und nicht schräg in den Himmel ragen würden.
Der gewonnene Platz in der Küchenzeile sollte dann für einen Auszug verwendet werden, der später einen Mülleimer/Müllbeutel aufnehmen könnte.

Gleichzeitig wurde beschlossen, den Abwassertank vom Heck auf die Fahrerseite direkt hinter die Fahrerkabine zu verlegen und mit einer Holzverkleidung zu ummanteln. Zwischen Holzverkleidung und Abwassertank sollte ein 35mm Heizrohr mit Ausströmöffnungen verlegt und über eine Strangsperre an die Umluftheizung des Aufbaus angeschlossen werden. Mit dieser Lösung sollte es möglich sein, den Abwassertank ohne zusätzlichen Stromverbrauch auch im Winter über dem Gefrierpunkt zu halten. 

Der unter dem Heck gewonnene Raum soll als durchgehender Stauraum mit Klappen an beiden Seiten genutzt werden. Zum Heck hin sollte der Stauraum nach oben abgeschrägt werden, um einen besseren „Böschungswinkel“ zu erreichen.

Der externe Anschluss für die 230V Versorgung sollte auf der Fahrerseite liegen und nicht wie beim Messemodell auf der Beifahrerseite. Spielende Enkel sollten nicht über das Kabel stolpern.

Da bei der Besprechung auch der Schreiner anwesend war konnten alle Änderungen bis ins Detail durchgesprochen und abgesegnet werden. Fazit: Ein äußerst „konstruktives“ Meeting mit einem Hersteller, für den „Kundenwünsche“ kein angelerntes Fremdwort ist.
Von Jetzt an ging es Schlag auf Schlag. Abwassertank und der zusätzliche Stauraum wurden unter der Bodenplatte montiert.
Die Seitenwände und die Heckwand wurden gefertigt und angebracht.
Wir wurden jetzt laufend über den Produktionsfortschritt informiert, bekamen per Email die neuesten Bilder und konnten den Bau wirklich miterleben.

 

 

 

 

 

 

Der Innenausbau wurde begonnen

und es kamen von unserer Seite zusätzliche Fragen:
Der Aufbau ist ja jetzt ein bisschen länger, das sollte bitte der Küchenzeile zugute kommen.
-Ja, OK alles klar
.
Können wir dann den gewonnenen Platz für einen weiteren Auszug für einen Mülleimer/Müllbeutel benutzen?
-Ja, OK, natürlich

Vom Hersteller kam die Frage:
-„wir haben nach Abzug von Trennwand und Auszugsschiene dafür netto nur 10cm Breite, langt das??
Nein, natürlich nicht das sollten mindestens 20cm sein.
-Dann müssen wir die Schubladen-Auszüge rechts davon schmäler machen.

Wir wollten da unsere Töpfe und Pfannen unterbringen.
Wie viel Platz braucht eigentlich so eine mittelgroße Pfanne für Spiegeleier für 3 Personen? Also mal geschätzt, auf Risiko gegangen und 29cm gesagt.
-Ja, dann 29cm für die rechten Auszüge und 20cm für die linken
.
-Ja, abgemacht.

Die Rahmenkonstruktion für die Befestigung der Sicherheitsgurte ist montiert, das Ladegerät und die Verkabelung wurden installiert.

Danach wurde die Dachkonstruktion aufgelegt, die Alkovenrundung aufgebaut und die elektrischen Außenanschlüsse für Einstiegs- und Begrenzungsleuchten verlegt.

 

 

 

 

 

 

 

 




Inzwischen war es Ende April, unser neues Wohnmobil wuchs immer weiter und für das alte hatten wir immer noch keinen Interessenten.

Über den ausgewählten Vorhangstoff für Fenster und für den Trennvorhang zwischen Fahrerkabine und Aufbau waren wir inzwischen nicht mehr so glücklich. Wir hatten zwar Stoffmuster erhalten und danach ausgewählt aber irgendwie waren wir der Meinung, da lässt sich designmäßig noch was verbessern.
Also ab zum Raumausstatter und tatsächlich, wir fanden einen schöneren Stoff und wir waren uns auch noch einig, ein gutes Zeichen. Also sofort die Abmessungen der Vorhänge bei Hehn erfragen und den Stoff bestellen. Um nicht in Zeitverzug zu geraten haben wir mit der Fa. Hehn abgesprochen, den Stoff direkt an die Näherei zu schicken.
Auch das hat geklappt, als wir zum Lackiertermin in Duisburg waren, lagen unsere Vorhänge schon da. 

Und wieder kam eine notwendige Rückfrage.
Wir hatten die Sitzgruppe zugunsten des Bades um ca. 15cm verkürzt, das soll heißen dass am Ende der Sitzgruppe die Badwand kam. Dies erschwert den Zugang zur Sitzgruppe, weil eventuell Tischplatte und Bauch kollidieren. Deshalb sollte ein Einbeintisch mit schwenkbarer Tischplatte eingebaut werden. Aber auch eine Tischplatte braucht Platz zum Schwenken und der war nicht da.

Vorschlag: Wir bauen ein normales höhenverstellbares Tischuntergestell ein und machen die Platte verschiebbar. Geht das?

Ja, das ist OK und wieder war ein Problem gelöst.

Um die Übersicht über meine erschiedenen Aktivitäten nicht zu verlieren habe ich wieder zum altbewährten Mittel einer To-Do-Liste gegriffen. Hier ein Auszug:
Ja, auch die kleinen Dinge wie Versicherungsvergleich, Wunschkennzeichen oder Einbau des Feuerlöschers müssen irgendwann durchgeführt werden. Es soll ja alles perfekt werden, oder?

Die Ladung der Starterbatterie durch das Solarpanel wollte ich über einen normalen Umschalter realisieren. Dafür sollte der Elektriker eine zusätzliche Leitung zur Starterbatterie legen. Dies war Teil des Auftrages.
In der Zwischenzeit hatte ich allerdings übers Internet einen Solarladeregler gefunden, der Ausgänge für zwei Batterien vorsah, einen externen Temperatursensor hatte und der Starterbatterie mehr als nur eine Erhaltungsladung zur Verfügung stellte.
Wieder wurde ein Telefongespräch mit Fa. Hehn geführt, der Wunsch nach einem anderen Solarregler geäußert und natürlich gab es auch damit keine Probleme.
Ja, „Custom made“ hat nicht nur im Surfbrettbau seine Vorteile und die Flexibilität eines mittelständischen Betriebes ist einfach Spitze.

Nachdem Seitenwände, Heckwand und Dach montiert waren, die Leitungen für Einstiegsleuchte, Begrenzungsleuchten etc. verlegt waren wurde mit der Außenbeplankung begonnen.
Wir hatten uns für eine Außenhaut aus Glattblech entschieden, die jetzt aufgeklebt wurde.
Inzwischen war Mitte Mai. Die Beplankung war fertig, das Wohnmobil konnte lackiert werden.

Schon auf der Messe hatte ich mich bach einem Airbrusher im Raum Stuttgart umgesehen, der Fa. Zeh, Airbrush Lackierungen. Wir vereinbarten einen Termin bei dem wir unsere Vorstellung der zusätzlichen Airbrushlackierung und deren mögliche Realisierung besprachen. Wir einigten uns auf eine Airbrushlackierung vor Ort im Zuge der normalen Lackierung damit keine doppelten Lackierarbeiten mit Klarlack notwendig wurden. Auch über einen Festpreis für Anfahrt und Lackierung konnten wir uns einigen. Der Ausführungstermin war allerdings noch offen, denn Produktionsanfang und damit alle anderen Termine waren ja noch unbestimmte Zukunft.

Die Fahrerkabine sollte in einem Kristallblau-metallic Ton lackiert werden. Diesen Farbton sollte der Airbrusher benutzen um die Fensterunterkanten optisch um ca. 15cm nach unten zu ziehen. Das Design für den Aufbau hatten wir mit Hilfe von PC und einem Paintprogramm als Beispiel auf Papier übertragen.
Da aber ein fertiger Aufbau immer anders aussieht wie ein kleines Bild im Prospekt, haben wir vereinbart, gemeinsam zum Lackiertermin zu fahren um die endgültigen Details „vor Ort“ zu entscheiden.

  Am 28.Mai war es dann soweit.

Unser Wohnmobil stand in der Lackierhalle, der Aufbau war schon in der Grundfarbe weiß, das Fahrerhaus war kristallblau-metallic gespritzt, die Haube und die Türen wurden gerade wieder zusammengebaut.

Jetzt wurde das Design des Aufbaus besprochen. Alkoven, Seitenwände und Heckwand sollten ein Dekor mit verschiedenen Pastelltönen erhalten. Die Dekors sollten im Gesamteindruck integriert sein.

Da wir jetzt einen Gesamteindruck von Aufbau und Chassis hatten beschlossen wir vor Ort noch eine weitere Lackierung. Es sollte jetzt auch die Verkleidung der B-Säule und die Verkleidung ab dem Aufbauboden nach unten in der Wagenfarbe gespritzt werden.

Wir verabschiedeten uns vom Lackierer und fuhren zur Fa. Hehn um die späteren Modalitäten zur Bezahlung und Abholung zu besprechen.

Vor der Heimfahrt wollten wir uns noch die Umsetzung unserer Design-Vorstellung ansehen.
Anschließend muss Wagen und Aufbau noch mit einem Klarlack versehen werden damit auch der Glanz da ist.

Wir haben den 2. 6.2008, das Wohnmobil ist lackiert und wieder bei Hehn Mobil.
Ich habe wegen meinem Wunsch einer zusätzlichen Leitung zur Starterbatterie einen Anruf vom Elektriker bekommen. Er wollte mir sagen, dass mit dem vorliegenden Solarregler diese Leitung überflüssig ist. Ich fand das toll, jetzt wusste ich, die Arbeit geht weiter.

Die Auslieferung bzw. Abholung ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. Im Augenblick werden Elektroarbeiten durchgeführt, Kühlschrank und Heizung müssen noch eingebaut werden. Alle Anbauteile wie Fenster, Rücklichter, Stossstange, Dachgalerie, Heckleiter, Fahrradträger, Markise, Einstiegsleuchte etc. müssen noch montiert werden.

Danach müssen noch die TÜV-Abnahme, der Eintrag von Länge, Höhe, Breite und Leergewicht (im fahrbereiten Zustand) in die Kfz-Papiere erfolgen. Das Leergewicht wird auf der Waage ermittelt, hoffentlich bleibt für die Zuladung noch genügend übrig. Aber wir haben ja mit Zwillingsreifen bestellt, eine Auflastung auf 3,8t ist zwar nicht unbedingt gewünscht wäre aber mit nur einer Eintragung in die Papiere schnell erledigt.

Wenn ich diese erhalten habe werde ich den Wagen zulassen.
Das Wunschkennzeichen ist seit Februar reserviert, die Doppelkarte von der Versicherung ist auch schon da, dem Gang zur Zulassungsstelle steht nichts mehr im Wege. Die Feinstaubplakette darf ich nicht vergessen, ich wohne ja in einem Bundesland das es damit schon sehr genau nimmt. Mit den Nummernschildern in der Tasche werden wir uns dann in den ICE setzen und unser Wunschmobil abholen. Dann wird es sich herausstellen in wie weit wir unsere Vorstellungen realisieren konnten bzw. in wie weit diese realisiert wurden.

Heute ist der 5.6.2008. Bis zu unserem angestrebten Kurzurlaub sind es noch 6 Arbeitstage

Wieder ein ersehnter Anruf von Hehn: Das Wohnmobil ist fertig, TÜV ist OK, er muss noch auf die Waage, die Stoßleisten müssen noch angebracht werden, die Aufbautür ist noch beim Lackierer (auch die muss unten Kristallblau-metallic gespritzt werden) aber das sind alles Kleinigkeiten. Spätestens am Dienstag habe ich die Papiere, dann wird das gute Stück zugelassen. Den Abholtermin haben wir jetzt auf den 12. oder 13.6. festgelegt. Das heißt in einer Woche!!
Ich bin eigentlich kein Visionär und stehe sehr fest auf dem Boden der Realität. Ich hatte entweder mit mehr Problemen bei der Produktion gerechnet oder mit größeren Abweichungen von unserer Vorstellung.

Einen Tag später, die Papiere sind fertig, werden per Express verschickt und wenn das Wochenende nicht wäre könnte ich ihn schon zulassen.

Gestern bin ich eine Weile hinter einem anderen Wohnmobil hergefahren und dabei ist mir aufgefallen, dass wir ja gar keine dritte Bremsleuchte vorgesehen hatten. Ich habe die Gelegenheit deshalb gleich beim Schopfe gepackt und gefragt ob dies noch nachträglich ginge.

Ja, kein Problem, das kriegen wir hin bis Donnerstag.

Ja, es macht einfach Spaß mitreden zu können. Es ist vielleicht nicht ganz einfach für den Hersteller, Änderungswünsche in die laufende Produktion einfliesen zu lassen, aber er macht es möglich!

Heute ist der Donnerstag, der 12.6.2008. Per ICE sind wir nach Duisburg gedüst und mit dem Taxi weiter zur Fa. Hehn. Das Taxi hielt direkt vor Hehn und da stand es, unverwechselbar unser zukünftiges Wohnmobil. Die Lackierung übertrifft unsere Vorstellung bei weitem, einfach klasse.

Wir bekamen natürlich eine gründliche Einweisung und haben auch die restlichen „Kleinigkeiten“ wie z.B. die Bezahlung erledigt. Das war aber alles Beiwerk, wir wollten losfahren.
Wir hatten 430Km Testfahrt nach Stuttgart vor uns. Jeder Km war ein Genuss, der Wagen lag mit seinen Zwillingsreifen sicher in der Spur, nichts klapperte oder quietschte, das Motoren- und Fahrgeräusch lässt auch bei 120Km/h noch eine normale Unterhaltung zu.

Die Einrichtung entsprach unseren Wünschen und Anforderungen, alles war umgesetzt worden. Einige Dinge waren zusätzlich einbaut worden wie z.B. eine kleine abklappbare Platte in der Hecksitzgruppe für das Aufstellen eines TV-Gerätes. Für die von uns für die linke Seite vorgesehene 12V/230V Steckdosen wurden richtigerweise auf die rechte Seite verlegt.

Ein weiteres kleines aber schönes Detail war die Holzverblendung der Schließriegelaufnahme am Rahmen der Bad/Toilettentüre, alles schön verblendet, man konnte nicht hängen bleiben oder sich die Haut aufreißen, kurz, es wurde mitgedacht und nicht einfach nur nach Kundenvorgabe installiert.
Auch in Sachen Beleuchtung war der ganze Aufbau durchdacht. Kein Schnickschnack wie LED-Ketten oder Dimmer sondern solide Leuchtstofflampen über den Arbeitsflächen und normale drehbare Strahler im Sitzbereich. Das wirklich einzige, was mich störte waren der Schalter für die Deckenleuchte. Er war am Eingang, man musste aufstehen! Das musste ich umbauen auf eine Wechselschaltung Eingangstüre / Sitzgruppe. Ganz klar ein Punkt für meine "Verbesserungsliste"

Die Vision ist zur Wirklichkeit geworden!!!

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