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Einführung, Behebung eines Wassereinbruchs, Feuchtemessung am Wohnmobil,

Bevor wir zum Thema Feuchtemessung kommen, möchte ich hier als Beispiel die Erkennung eines Wasserschadens und dessen Behebung beschreiben. Dadurch wird es vielleicht einfacher, auf kleine, sichtbare Veränderungen im Aufbau zu reagieren.
Im zweiten Teil dieser Seite möchte ich Ihnen dann eine kleine Hilfestellung zu dem Thema Feuchtemessung geben. Mehr zu diesem Thema finden Sie in meinem Buch "Do it yourself rund ums Wohnmobil".

Auch ein größerer Wasserschaden fängt klein an!

Wasser und Feuchtigkeit haben in einem Wohnmobil nichts zu suchen, es sei den wir sprechen über einen Wassertank. Leider musste auch ich die Erfahrung machen, dass mein Wohnmobil nach acht Jahren nicht mehr dicht ist.
Die Erkennung des Wasserschadens, die Ermittlung, wo das Wasser herkommen könnte und die Behebung bezieht sich auf mein Wohnmobil, seine Konstruktionsweise und seinen Stellplatz und kann deshalb nicht so einfach verallgemeinert werden.
Sichtbare Anzeichen für das Eindringen von Wasser können sein:
Wasserlaufspuren an Wänden, Aufwerfungen der Wandoberfläche, Ausbeulungen im Dekor, Verfärbungen an Wand- oder Stoffbespannungen und Feuchtigkeit oder Anzeichen von Schimmelbildung. Bei den Innenwänden ist es allerdings gut zu wissen wie diese aufgebaut sind. Ich beziehe mich hier jetzt nur auf Holz, bei Alu-oder Gfk-Innenbeplankung wird man wahrscheinlich nichts entdecken, eventuelle Feuchtigkeit befindet sich dahinter. Sind die Innenwände aus Holz, ist der Dekorbelag interessant. Bei einem Furnier oder Farbdruck kommt die Feuchte des Holzes sichtbar durch. Ist die Wand aber mit Dekorfolie bezogen kann sich auch hier die Feuchte hinter der Folie ausbreiten und äußerlich wenig Spuren hinterlassen.

Die individuellen Gegebenheiten bei meinem Wohnmobil möchte ich zuerst einmal zusammenfassen, um Ihnen damit meine Gedankengänge und Vorgehensweise verständlicher zu machen.
Es handelt sich um ein Alkovenmodell in Skelettbauweise mit einer Innenbeplankung aus 3mm Pappelholz, teilweise mit Stoffbezug. Das Wohnmobil parkt ganzjährig im Freien und steht mit der Hinterachse auf Keilen, damit Schnee und Wasser sauber über den Bug abrutschen bzw. abfließen können. Die Dachhaut ist ein, vermutlich schwimmend verlegtes, Alublech, das an den Kanten leicht über die Seitenwand abgerundet ist.
WasserschadenNach dem Sommerurlaub entdeckte ich bei der Innenreinigung in der rechten Ecke der Alkovenrundung an der Stirnseite schwarze Fleckchen und eine Verfärbung des Polsterstoffes. Eine Fingerprüfung ergab Feuchtigkeit im Polsterstoff. Ich entnahm daraufhin die Matratze und baute das umlaufende Rohr der Alkovenheizung aus. Ein Teil des Rohres zeigte deutliche Feuchtigkeitsränder, war aber trocken.Feuchtemessung
Damit ich auch den Übergang Alkovenrundung/Alkovenboden unter dem Rohr kontrollieren konnte musste ich das Alu/Kartonrohr durchschneiden und hochheben.
Danach habe ich mit dem Feuchtigkeitsmesser das ganze Umfeld kontrolliert und gemessen. Das Ergebnis: 65-75 Digits, also nass.
Die Stelle, wo es nass war konnte ich sehen und messen, aber trat das Wasser auch dort ein?
Ich musste den Punkt des Wassereintritts finden um dort abdichten zu können! Da das Fahrzeugdach hinten höher stand als vorne konnte das Wasser entweder an der kompletten rechten Dach-Eckleiste, dem rechten Alkovenfenster oder der Remis-Alkovendachhaube eindringen. Die Dachhaut selbst konnte ich nach einer Sichtprüfung ausschließen, diese war ohne Bläschen (Alufraß) und Schraubenlöcher, also unbeschädigt.

Skelett AlkovenHier ein Auszug des Skelettbaus. Bei diesem Bild sieht man den Lattenverlauf des Skeletts. Wasser fließt immer nach unten  und wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Der leichte Weg ist meistens unter den Eckprofilen, entlang den horizontalen/vertikalen Rahmenhölzern, entlang den Übergängen verschiedener Anbauteile wie Alkovenhutzen, Fenster- oder Türrahmen, den vertikalen Stoßkanten oder Klebenähten der Wandteile oder Dachfenstern. Bei meinem Beispiel konnte es eigentlich nur über einen undichten Fensterrahmen oder entlang der Dach-Eckleiste kommen. Würde es am Fenster eindringen, würde es sich am unteren Längsholz sammeln und nach vorne zur Austrittstelle laufen. Würde es irgendwo an der Dach-Eckleiste eindringen, könnte es unter dem Profil nach vorne zum Alkoven laufen und dort eindringen.
Ich habe deshalb zuerst den Fensterinnenrahmen entfernt und den Wandausschnitt kontrolliert. Weder die Sichtprüfung noch der Feuchtigkeitsmesser zeigten Auffälligkeiten.
Jetzt bin ich meinem Wohnmobil aufs Dach gestiegen und habe das Kantenprofil überprüft. Direkt über dem Alkovenfenster war ein Stoß, an dem sich zwei Enden der Profile trafen. Wassereintritt EckprofilDer Stoß war nach oben aber nicht auf gleichem Level, die Kante des nach vorne gehenden Profil war um ca. 2mm höher.
Bei mir läuteten alle Alarmglocken, hier konnte das Wasser eindringen!. Ich löste die weiter hinten liegende Reelingbefestigung, um dort den Leistenfüller durchzuschneiden und dies dann später wieder sauber zu kaschieren zu können. Ich entfernte den ganzen Leistenfüller von der Dachreeling bis an das Ende des Alkovens. Jetzt konnte ich alle Profil-Befestigungsschrauben kontrollieren. Schon bei der ersten Schraube nach der Stoßkante war der Kopf abgerostet. Schrauben Rost
Von insgesamt ca.  30  Schrauben waren 9 an- oder durchgerostet!
Das Eckprofil musste also abmontiert werden. Wassereintritt 2
Ich entfernte alle Schrauben, bog das Kantenprofil leicht zur Seite und zog das darunterliegende Gummiprofil von der Dachkante ab. Darunter war Wasser! Das durfte dort, unter dem Dichtprofil, nicht sein!
Es sickerte an der Endkante des Aluprofils auf das Gummiprofil und dann durch das Schraubenloch im Profil auf das Dachblech. Dort lief es auf dem Dachblech nach vorne bis zum Alkovenbogen und drang dann dort durch ein Profilloch ohne Schraubenkopf in das Holzskelett ein. An der Verbindung Seitenwand/Alkovenstirnwand trat es dann in halber Alkovenhöhe in den Innenraum aus.
Dort lief es an der Kante des Bezugstoffes auf den Alkovenboden und teilweise unterhalb des Umluftrohres der Alkoven Heizung auch in das linke Eck des Alkovens.

Nachdem Wassereintritt und Wasseraustritt offensichtlich waren, installierte ich zuerst für 3-4 Tage einen elektrischen Heizlüfter zur Trocknung der Alkovenecke. Die Innenwand des Alkovens besteht aus 3mm geklebtem Pappelholz, dies hätte ich nicht zerstörungsfrei entfernen können. Ich verzichtete deshalb auf eine Öffnung, die allerdings eine wesentlich bessere Trocknung ermöglicht hätte. Während der Heizlüftertrocknung kaufte ich zwei Kartuschen Dekalseal 8936 und neue 3x45mm Schrauben mit Linsenkopf. Über das Thema rostfrei Edelstahl oder nur verzinkt möchte ich mich hier nicht auslassen, ich habe verzinkte genommen, rostfrei Edelstahl Linsenkopf 3x45 sind in meiner Umgebung nicht erhältlich.

Danach habe ich den Leistenfüller von dem alten Dekalin befreit und mit Aceton gereinigt und entfettet. Die gleiche Prozedur habe ich an der Gummidichtung durchgeführt. Auch am Dachblech und an der Seitenwand wurde das alte Dekalin abgerubbelt und abgezupft, und das ganze Blech mit Aceton gereinigt und entfettet.
Innen habe ich das durchtrennte Alkovenheizrohr mit Malerkreppband zusammengefügt, mit einer Manschette aus einer Klopapierrolle verstärkt und wieder verlegt.

AbdichtungNachdem alle Teile gereinigt und fettfrei waren, habe ich zuerst alle Schraubenlöcher in der Dachhaut mit frischen Dekaseal gefüllt. Auch der überlappende Stoß von Dachhaut zu Seitenwand wurde mit einer Dekasealraupe versehen. Dann habe ich auf dem Dachblech auf Höhe der Außenseite der Gummidichtung eine durchgehende Dekasealraupe aufgetragen und anschließend die Gummidichtung wieder aufgelegt. Die Dichtung habe ich mit dem Gummihammer leicht angeklopft. Anschließend habe ich alle alten Löcher der Gummidichtung mit reichlich Dekaseal abgedichtet.
Jetzt habe ich das alte Dach-Eckprofil wieder auf die Gummidichtung aufgelegt und leicht festgeklopft. Jetzt habe ich alle Schraubenlöcher im Aluprofil mit Dekaseal gefüllt. Dann habe ich vom Alkovenende nach vorne bzw. oben neue Schrauben eingedreht und handfest angezogen. . Nachdem das ganze Profil wieder auflag und die Schrauben handfest angezogen waren, habe ich die beiden Seitenkanten des Gummiprofils kontrolliert und überprüft, ob diese unter der Alu-Kantenleiste herausragten. Danach habe ich die Kantenleiste mit dem Gummihammer seitlich und von oben nochmals festgeklopft damit sich das Dekaseal sauber unter der Dichtung verteilt. Erst jetzt wurden die Schrauben endgültig festgezogen. Den Stoß der beiden Profilleisten habe ich rundherum abgedichtet.
Alle Schraubenköpfe habe ich jetzt nochmals mit einer Dekasealhaupe versehen, um erstens die Schraubenköpfe und Schraubendurchgänge zu versiegeln und zweitens dem Leistenfüller einen Halt zu geben.
Den Leistenfüller habe ich durch eine schräg angeschnittene Kartuschenspritztülle gezogen. Dadurch wird dieser im Querschnitt leicht gestaucht und kann dann ganz einfach in das Aluprofil eingezogen werden. Nach 30 cm Einzug sollte man allerdings den bereits eingezogenen Füller leicht in die dem Einzug entgegengesetzte Richtung reiben, sonst wird der Füller durch den Einzug zu stark gedehnt und zieht sich später wieder zusammen was zu einer unschönen Lücke führen kann.
Auch der Leistenfüller bekam zum besseren Setzen leichte Schläge mit dem Gummihammer. Zum Schluss habe ich die Befestigung der Dachreeling wieder angebracht.Aufbau Eckprofil
Das seitlich übergequollene Dekaseal habe ich nach einer Woche Antrocknungszeit mit einer Bastelklinge angeschnitten und dann abgezupft, Schönheit muss sein!
Zum Schluss hier noch eine Zeichnung vom Aufbau einer Befestigung und Abdichtung mit einem Eckprofil.

Ich habe allerdings nur ca. 25% meiner Eckprofile abgeschraubt, weil ich vor Winterbeginn und Regenzeit die undichte Stelle beseitigen musste. Den Rest werde ich im kommenden Frühjahr kontrollieren, denn ich gehe davon aus, dass die restlichen Schrauben genauso vom Rost in Mitleidenschaft gezogen wurden und deshalb vielleicht auch in Zukunft Schwäche zeigen.

Inzwischen sind knapp vier Wochen vergangen und ich habe die Wasserstellen erneut überprüft. Obwohl das Wetter feucht war, mit Regen und keine richtig sonnigen Tage ist die Anzeige auf die Hälfte zurückgegangen. Nicht mehr 73 sondern 30 Digit zeigt die Feuchtemessung. Die Werte sind jetzt auf beiden Alkovenseiten gleich, es drang kein neues Wasser mehr ein und die nassen Stellen sind getrocknet!



Feuchtemessung im Wohnmobil

Ein heiß diskutiertes Thema ist die Feuchtigkeitsmessung an Dach, Seitenwänden und an der Bodenplatte des Wohnmobils. Das Messgerät dafür ist ein Feuchtigkeitsmesser.
Zuerst einmal: Billige Messgeräte zum Einstechen, um Bau- oder Kaminholz zu prüfen, taugen schlichtweg nichts, oder wollen Sie Löcher in Ihrer Innenwand? Eingesetzt werden können nur kapazitiv messende Systeme, und diese sollten dann auch eine abstehenden Messsonde und eine Anzeige-Hold-Funktion für die Messwerte haben.  
Aber jetzt zum Praktischen am Beispiel eines Voltcraft MF 100:
Da die Geräte kapazitiv die Leitfähigkeit der Wand bis in die Tiefe von ca. 20-40 mm erfassen, reagieren sie nicht nur auf Nässe in der Wand, sondern auch auf Elektroleitungen, Aluverstärkungen und anderen Metallteilen. Wände mit einer Alu-Innenverkleidung lassen sich somit überhaupt nicht überprüfen. 
Um wirklich aussagekräftige Messungen für die Zukunft zu erhalten sollte man folgendermaßen vorgehen:  Das Wohnmobil am Ende des Sommers richtig austrocknen lassen und dann an einem trockenen Tag die ersten Basismessungen vornehmen. Lesen Sie zuerst bitte die Bedienungsanleitung! Als erstes muss das Gerät auf die bestehende Umgebungsfeuchte kalibriert werden. Gute Geräte haben dazu eine Cal-Taste, das MF 100 z.B. die MEAS-Taste, die gedrückt werden muss. Nach dem Kalibriervorgang ist das Messgerät einsatzbereit. Die Anzeige ist in "Digit" und hat keinerlei Bezug zur Luftfeuchte oder anderen physikalischen Größen.

Und hier ein paar Verhaltensweisen aus meiner eigenen Erfahrung:
Wischen sie eventuell feuchte Oberflächen vorher trocken. Halten Sie das Messgerät am unteren Ende, feuchte Hände im oberen Bereich verfälschen das Messergebnis. Setzen Sie den Messkopf im 90° Winkel zur Fläche an. Fahren Sie langsam über die zu prüfende Fläche. Arbeiten Sie von der Mitte der Fläche aus zu den Kanten, Sie sehen dann besser eine eventuelle Erhöhung der Messwerte. Setzen Sie den Messkopf nicht direkt im 45° Winkel in den Ecken an, Sie messen sonst zwei Flächen gleichzeitig und verfälschen damit das Messergebnis.

Führen Sie jetzt die Referenzmessungen durch. Setzen Sie dazu den Messkopf rechtwinklig auf die Materialoberfläche in der Wandmitte. Sie erhalten hier kleinere Werte als wenn Sie in den Dach/Wand oder Wand/Wand Übergängen messen. In diesen Übergängen messen Sie ja tatsächlich zwei Flächen, also erhöht sich die Anzeige.
Wichtig sind die Messungen an den Übergängen von Dach auf die Seiten- und Heckwand. Genau so an allen Fensterunterkanten und an den Übergängen von Seiten- und Heckwand in die Bodenplatte. Ein weiterer Punkt sind die Durchschraubungen von Markise und Heckträger. Am Dach sind die Umrandungen von Heki und Dachfenstern sowie die Kabeldurchführungen von Sat-Antenne und Solar wichtig.

Der gemessene Feuchtegrad wird in einer Scala von 0-100 angezeigt und vom Messgerät den Kategorien "dry" (<30), "risk" (30-60), oder "wet" >60) zugeordnet. Die gemessenen Werte von jedem Punkt tragen Sie in eine Liste oder eine grobe Aufbauzeichnung ein. Ab jetzt können Sie an den aufgezeichneten Punkten Vergleichsmessungen vornehmen.
Lassen Sie sich aber von unterschiedlichen Werten nicht verunsichern. Beim MF100 sind alle Werte unter 30 absolut unbedenklich. Bei Werten über 50 sollten Sie einen Fachmann Ihres Vertrauens aufsuchen und die ca. 90 € für eine Dichtheitsprüfung investieren.

Und Achtung: Die gemessenen Werte verschiedener Feuchtigkeitsmessgeräte oder an verschiedenen Wohnmobilen lassen sich nicht vergleichen und besitzen keinerlei Aussagekraft!

Außerdem sollte man folgendes wissen:
Bei Wohnmobilen mit einer Aluaußenhaut sind die gemessenen Werte höher als bei GfK.
Alte Hymer Modelle (vor 1990) besitzen ein Metallskelett, das dann "nass" anzeigt. Viele Hersteller habe in den Wänden zur Verstärkung Aluschienen eingelegt, die hier dann "risc oder nass" anzeigen. Auch Elektrokabel können das Ergebnis nach oben verfälschen.
Aufbauten mit einer Alu-Innenbeplankung (Carthago) lassen sich überhaupt nicht messen!

Ich habe einmal an verschiedenen Wandausschnitten eigene Messungen durchgeführt. 
Die Messungen erfolgten mit einem MF-100, bei 20°C. und von der Wandinnenseite nach außen. Die Probeausschnitte waren trocken und wurden dann für 7 Tage vollständig in Wasser getaucht. Die Nassmessungen erfolgten nach drei bzw. sieben Tagen. Danach wurden die Probeausschnitte sieben Tage im Freien unter einem Dach getrocknet um dann die Restfeuchte zu messen. Das sollte simulieren, wie schnell die Materialien wieder trocknen, wenn man eine Wand oder ein Dach zur Trocknung öffnet.








Der folgenden Auflistung verschiedener Wandaufbauten können Sie die Trocken/Nasswerte entnehmen:

Feuchtemessung        
Material Trocken Nass,
3 Tage
Nass,
7 Tage
Trocken,
14 Tage
Fichtenholz, 30 mm 12,6 30,9 42 19,3
Balsaholz, 12 mm 4,5 65 69 14
Sperrholz, 13 mm 15,9 44 42 9,7
Wand, Alu/Styropor/Holz, 30 mm 12,2 39 49 13,5
Wand, Alu/PU/Holz, 30 mm 9,9 42 36 11,7
Wand, Aluwabe/Styropor/Holz, 34 mm 14,5 23,3 29 14,2
Wand, Alu/Pu/Alu, 30 mm 52 k. Mess k. Mess k. Mess
Wand LLT, GfK/PU/Holz, 27 mm 6 28,7 41 6,9
Wand, Styropor/Holz, 28 mm 2,4 22 42 12,2

Und nun zu meiner Interpretation der Messergebnisse:

  • Alle, heute verwendeten, Wandmaterialien haben im trockenen Zustand einen Wert von 2-16. Nach 7 Tagen Wässerung steigt die Feuchte auf Werte von 30-70 an. Aber nach weiteren 7 Tagen Trocknung geht die Feuchte wieder zurück auf Werte von 6-19

  • Da die Messtiefe 30-40 mm beträgt, hat auch die Außenhaut einen Einfluss auf das Messergebnis. Man sieht das deutlich an den beiden GfK-Proben (2,5 und 6) gegenüber den Alu-Beplankungen (alles > 10).

  • Die unterschiedliche Luftfeuchte bei den Messungen fließt in die Messwerte ein. Das gleiche Material zeigt am 17.3,2015 einen Wert von 2,4 an und am 31.3 den von Wert 6,4.
    Das Messgerät kalibriert sich auf Grundlage der aktuellen Luftfeuchte.

  • Alle Wandproben hatten keinen Holzkern, trotzdem waren sie nach drei Tagen nass. Das Wasser war aber nicht im Styropor oder PU-Schaum, sondern hauptsächlich in der Holzinnenwand! Ich habe dazu eine nasse GfK-Probe einmal von außen (20) und dann von innen (39) gemessen.

Mit diesem Wissen können Sie die von vielen Herstellern jährlich vorgeschriebene Dichtigkeitsprüfung viel besser einschätzen.

Wenn Ihr Händler den trockenen Wagen zehn Minuten abspritzt um dann von innen die Wandfeuchtigkeit zu messen, ist dies ein recht sinnloses Unterfangen. Das Wasser hatte in den zehn Minuten keine Zeit, durch z.B. kleine Undichtheiten der Dachumlaufleiste in die Seitenwand zu fließen und sich in Styropor, PU-Schaum oder Holz festzusetzen, um dann von Ihnen gemessen werden zu können.
Der Händler kann Ihnen allerdings damit schlüssig zeigen, dass (in der Zeit) kein Wasser eingedrungen ist und Ihr Fahrzeug damit dicht ist.

Feuchtigkeitsmessungen ohne eine „diese Werte sind o.k." Aufzeichnungen machen allenfalls beim Gebrauchtwagenkauf einen Sinn, wo die Fahrzeuge meist längere Zeit im Freien stehen.

Stand 23.10.2016

 

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