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Beheben von Wasserschäden am Wohnmobil.

Und hier ein paar Beispiele aus meinem Wohnmobilleben zur Erkennung und Behebung von Wasserschäden. In diesem zweiten Teil möchte ich Ihnen eine kleine Hilfestellung zu der Behebung eines Wasserschadens geben. Mehr zu diesem Thema finden Sie in meinem Buch "Do it yourself rund ums Wohnmobil".

Teil 1

Teil 2 (aktuelle Seite)


Auch ein größerer Wasserschaden fängt klein an!

Rahmen von Türen und Stauraumklappen:
Bei einer meiner Stauraumklappen ist das Füllerband an einer Rahmenabrundung herausgesprungen. Eigentlich keine große Sache es wieder in die Leiste zu drücken, aber ich bin ein misstrauischer Mensch. Ich habe das Band weiter herausgezogen und im unteren Eck Wasser entdeckt. Das geht gar nicht. Ich habe deshalb an allen Alurahmen die Füllerbänder entfernt, die Schrauben leicht herausgedreht und an allen Schrauben in der unteren Rahmenhälft Rostansätze entdeckt. Deshalb habe ich alle Schrauben entfernt, Streichhölzer mit Dekaseal eingestrichen und in die Bohrlöcher geklopft. Da nach habe ich den Schraubensitz mit Dichtmasse versehen und neue, leicht längere, Linsenkopfschrauben eingedreht. Beim Festdrehen ist erneut Dichtmasse zwischen Wand und Rahmen ausgetreten, ein gutes Zeichen!
Auch die Schraubenköpfe habe ich mit einem Tupfer Dichtmasse versehen und dann ein neues Füllerband eingelegt. Das neue Füllerband wird mit den Dekasealtupfern auf den Schraubenköpfen fixiert und der Duchgang nach unten abgedichtet. Das Einlegen muss so erfolgen, dass sich die beiden Enden auf der Rahmenunterseite treffen. Beide Füllerbandenden werden dann mit einer rostfreien Blechtreibschraube im Rahmen fixiert.
Nicht vergessen sollte man bei der Überprüfung die Abschlussleiste der Dachhaut am oberen Teil der Rückwand. Hier läuft das abfließende Wasser vom Dach darüber bzw. links und rechts vorbei. Auch hier sollte man nach einigen Jahren die Schrauben nachziehen.

Die Dachhaube:
Ich hatte im Urlaub an einer Ecke des Innenrahmens meiner Remis Dachhaube eine dunkle Verfärbung entdeckt. Ich dachte zuerst an Dreck, Staub oder verzogene Plastikbeschichtung des Dachhimmels. Das lies mir im Unterbewustsein aber keine Ruhe, deshalb habe ich jetzt, zwei Monate nach dem Urlaub, den Innenrahmen der Dachhaube abgeschraubt.
Dazu entfernt man zuerst mit einem sehr kleinen Uhrmacherschraubenzieher die Abdeckkäppchen über den Schrauben. Einfach zwischen Lochrand und Abdeckkäppchen einstechen und heraushebeln. Dann habe ich den Innenrahmen entfernt.
Wasserschaden 1
Die Schraube war angerostet, die Verfärbung waren Wasserspuren. Wasser musste also von außen durch den Dachaufbau in den Innenrahmen gelaufen sein.
Der äussere Haubenrahmen musste also auch entfernt werden. Dazu habe ich zuerst die Acrylglashaube abgeschraubt und sicher verwahrt.
Auf dem Dach habe ich mit einer Spachtel die alte Dichtmasse ringsherum bis ca. zum Innenrand des Rahmens durchstoßen und gelöst. Dann habe ich den Aussenrahmen hochgehoben und entfernt. Vorne links hat sich das Plastik durch Sonne und Alterung vom Dach hochgehoben, Wasser und der Fahrtwind  haben das Wasser dann unter den Rahmen gedrückt.
Mit dem Feuchtemessgerät konnte ich keine Feuchte im Holz entdecken, das Holz war zwar verfärbt, aber trocken! Wasserschaden 5
Sowohl Dach als auch der Rahmen müssen von der alten Dichtmasse befreit werden. Ich habe dazu zuerst mit Spachtel und breitem Schraubendreher gearbeitet und die Fläche dann mit Aceton fettfrei gereinigt.
Dann habe ich die Unterseite des Rahmens mit zwei dicken Dekasealraupen versehen und das Dach entlang der Rahmenaussenkante  mit Malerkrepp abgeklebt.
Bitte kontrollieren Sie vor dem Einsetzen ob die Einlegmuttern für die Scharnierbefestigung nicht herausgerutscht sind!
Jetzt habe ich den Aussenrahmen vorsichtig vorsichtig in den Dachausschnitt eingesetzt und von aussen vorsichtig aber kräftig angedrückt.
Da nach habe ich von innen den Innenrahmen eingesetzt und erstmal nur mit halber Kraft verschraubt. Von aussen habe ich das Dichtmaterial am Austritt unter dem Rahmen kontrolliert und mit nassem Finger geglättet. Nach ca. vier Stunden habe ich den Innenrahmen entgültig festgezogen und die Abdeckkappen wieder auf die Schraubenköpfe gesetzt.

Der angesetzte Alkovenhutzen bzw. die Abschrägung bei Teilintegrierten Fahrzeugen
Bei neueren Alkoven- bzw. teilintegrierten Fahrzeugen ist der Vorbau über dem Fahrerhaus meist ein Anbauteil aus ABS oder GfK. Dieses Formteil wird an die Vorderseite des Aufbaus angesetzt und damit hat das Fahrzeug hier eine Nahtstelle. Das Formteil ist mit dem Aufbau verbunden und liegt auf dem Fahrerhaus auf. Durch Verwindungen von Aufbau und Chassis ist hier langfristig eine Schwachstelle, die man kontrollieren sollte.
Natürlich wird diese Nahtstelle überlappend konstruiert und abgedichtet, aber auch hier liegt der Teufel im Detail. Eine gute Dichtnaht mit Dekaseal langfristig und trotz Bewegung dicht zu halten ist kein Problem, aber Dekaseal ist nicht lackierbar und sieht mit der Zeit ein bisschen dreckig aus. Optisch langfristig schöner sind Kleber, die sind auch überlackierbar. Leider leidet die relativ starre Klebung zwischen Aufbau und Formteil unter den Verwindungen so dass es an den Kleberändern kleine Mikroeinrisse gibt.
Deshalb sollte man(n) frau von Zeit zu Zeit dem guten Stück aufs Dach steigen und diese Verbindungsstelle kontrollieren. Die jährliche Dichtigkeitsprüfung mit dem Wasserschlauch genügt hier nicht!

Die umlaufenden Eckleisten:
Wasser und Feuchtigkeit haben in einem Wohnmobil nichts zu suchen, es sei den wir sprechen über einen Wassertank. Leider musste auch ich die Erfahrung machen, dass mein Wohnmobil nach acht Jahren nicht mehr dicht ist.
Die Erkennung des Wasserschadens, die Ermittlung, wo das Wasser herkommen könnte und die Behebung bezieht sich auf mein Wohnmobil, seine Konstruktionsweise und seinen Stellplatz und kann deshalb nicht so einfach verallgemeinert werden.
Sichtbare Anzeichen für das Eindringen von Wasser können sein:
Wasserlaufspuren an Wänden, Aufwerfungen der Wandoberfläche, Ausbeulungen im Dekor, Verfärbungen an Wand- oder Stoffbespannungen und Feuchtigkeit oder Anzeichen von Schimmelbildung. Bei den Innenwänden ist es allerdings gut zu wissen wie diese aufgebaut sind. Ich beziehe mich hier jetzt nur auf Holz, bei Alu-oder Gfk-Innenbeplankung wird man wahrscheinlich nichts entdecken, eventuelle Feuchtigkeit befindet sich dahinter. Sind die Innenwände aus Holz, ist der Dekorbelag interessant. Bei einem Furnier oder Farbdruck kommt die Feuchte des Holzes sichtbar durch. Ist die Wand aber mit Dekorfolie bezogen kann sich auch hier die Feuchte hinter der Folie ausbreiten und äußerlich wenig Spuren hinterlassen.

Die individuellen Gegebenheiten bei meinem Wohnmobil möchte ich zuerst einmal zusammenfassen, um Ihnen damit meine Gedankengänge und Vorgehensweise verständlicher zu machen.
Es handelt sich um ein Alkovenmodell in Skelettbauweise mit einer Innenbeplankung aus 3mm Pappelholz, teilweise mit Stoffbezug. Das Wohnmobil parkt ganzjährig im Freien und steht mit der Hinterachse auf Keilen, damit Schnee und Wasser sauber über den Bug abrutschen bzw. abfließen können. Die Dachhaut ist ein schwimmend verlegtes, Alublech, das an den Kanten leicht über die Seitenwand abgerundet ist.
WasserschadenNach dem Sommerurlaub entdeckte ich bei der Innenreinigung in der rechten Ecke der Alkovenrundung an der Stirnseite schwarze Fleckchen und eine Verfärbung des Polsterstoffes. Eine Fingerprüfung ergab Feuchtigkeit im Polsterstoff. Ich entnahm daraufhin die Matratze und baute das umlaufende Rohr der Alkovenheizung aus. Ein Teil des Rohres zeigte deutliche Feuchtigkeitsränder, war aber trocken. Feuchtemessung
Damit ich auch den Übergang Alkovenrundung/Alkovenboden unter dem Rohr kontrollieren konnte musste ich das Alu/Kartonrohr durchschneiden und hochheben.
Danach habe ich mit dem Feuchtigkeitsmesser das ganze Umfeld kontrolliert und gemessen. Das Ergebnis: 65-75 Digits, also nass.
Die Stelle, wo es nass war konnte ich sehen und messen, aber trat das Wasser auch dort ein?
Ich musste den Punkt des Wassereintritts finden um dort abdichten zu können! Da das Fahrzeugdach hinten höher stand als vorne konnte das Wasser entweder an der kompletten rechten Dach-Eckleiste, dem rechten Alkovenfenster oder der Remis-Alkovendachhaube eindringen. Die Dachhaut selbst konnte ich nach einer Sichtprüfung ausschließen, diese war ohne Bläschen (Alufraß) und Schraubenlöcher, also unbeschädigt.

Skelett Alkoven Hier ein Auszug des Skelettbaus. Bei diesem Bild sieht man den Lattenverlauf des Skeletts. Wasser fließt immer nach unten  und wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Der leichte Weg ist meistens unter den Eckprofilen, entlang den horizontalen/vertikalen Rahmenhölzern, entlang den Übergängen verschiedener Anbauteile wie Alkovenhutzen, Fenster- oder Türrahmen, den vertikalen Stoßkanten oder Klebenähten der Wandteile oder Dachfenstern. Bei meinem Beispiel konnte es eigentlich nur über einen undichten Fensterrahmen oder entlang der Dach-Eckleiste kommen. Würde es am Fenster eindringen, würde es sich am unteren Längsholz sammeln und nach vorne zur Austrittstelle laufen. Würde es irgendwo an der Dach-Eckleiste eindringen, könnte es unter dem Profil nach vorne zum Alkoven laufen und dort eindringen.
Ich habe deshalb zuerst den Fensterinnenrahmen entfernt und den Wandausschnitt kontrolliert. Weder die Sichtprüfung noch der Feuchtigkeitsmesser zeigten Auffälligkeiten.
Jetzt bin ich meinem Wohnmobil aufs Dach gestiegen und habe das Kantenprofil überprüft. Direkt über dem Alkovenfenster war ein Stoß, an dem sich zwei Enden der Profile trafen. Wassereintritt Eckprofil Der Stoß war nach oben aber nicht auf gleichem Level, die Kante des nach vorne gehenden Profil war um ca. 2mm höher.
Bei mir läuteten alle Alarmglocken, hier konnte das Wasser eindringen!. Ich löste die weiter hinten liegende Reelingbefestigung, um dort den Leistenfüller durchzuschneiden und dies dann später wieder sauber zu kaschieren zu können. Ich entfernte den ganzen Leistenfüller von der Dachreeling bis an das Ende des Alkovens. Jetzt konnte ich alle Profil-Befestigungsschrauben kontrollieren. Schon bei der ersten Schraube nach der Stoßkante war der Kopf abgerostet, dadurch stand das Alu-Eckprofil von der Dachhaut ab, das Wasser konnte zwischen Eckprofil unjd Gummidichtung über die gesammte Länge des Profils entlang laufen.
Dies kann auch bei allen Tür- oder Staufachrahmen passieren wenn der Leistenfiller sich mit dem Alter zusammen zieht oder aus dem Profil herausdrückt!
Von insgesamt ca.  30  Schrauben waren 9 an- oder durchgerostet! Das Eckprofil musste also abmontiert werden.
Ich entfernte Wassereintritt 2 alle Schrauben, bog das Kantenprofil leicht zur Seite und zog das darunterliegende Gummiprofil von der Dachkante ab. Darunter war Wasser! Das durfte dort, unter dem Dichtprofil, nicht sein!
Es sickerte an der Endkante des Aluprofils auf das Gummiprofil und dann durch das Schraubenloch im Profil auf das Dachblech. Dort lief es auf dem Dachblech nach vorne bis zum Alkovenbogen und drang dann dort durch ein Profilloch ohne Schraubenkopf in das Holzskelett ein. An der Verbindung Seitenwand/Alkovenstirnwand trat es dann in halber Alkovenhöhe in den Innenraum aus.
Dort lief es an der Kante des Bezugstoffes auf den Alkovenboden und teilweise unterhalb des Umluftrohres der Alkoven Heizung auch in das linke Eck des Alkovens.

Nachdem Wassereintritt und Wasseraustritt offensichtlich waren, installierte ich zuerst für 3-4 Tage einen elektrischen Heizlüfter zur Trocknung der Alkovenecke. Die Innenwand des Alkovens besteht aus 3mm geklebtem Pappelholz, dies hätte ich nicht zerstörungsfrei entfernen können. Ich verzichtete deshalb auf eine Öffnung, die allerdings eine wesentlich bessere Trocknung ermöglicht hätte. Während der Heizlüftertrocknung kaufte ich zwei Kartuschen Dekalseal 8936 und neue 3x45mm Schrauben mit Linsenkopf. Über das Thema rostfrei Edelstahl oder nur verzinkt möchte ich mich hier nicht auslassen, ich habe verzinkte genommen, rostfrei Edelstahl Linsenkopf 3x45 sind in meiner Umgebung nicht erhältlich.

Danach habe ich den Leistenfüller von dem alten Dekalin befreit und mit Aceton gereinigt und entfettet. Die gleiche Prozedur habe ich an der Gummidichtung durchgeführt. Auch am Dachblech und an der Seitenwand wurde das alte Dekalin abgerubbelt und abgezupft, und das ganze Blech mit Aceton gereinigt und entfettet.
Innen habe ich das durchtrennte Alkovenheizrohr mit Malerkreppband zusammengefügt, mit einer Manschette aus einer Klopapierrolle verstärkt und wieder verlegt.

Abdichtung Nachdem alle Teile gereinigt und fettfrei waren, habe ich zuerst alle Schraubenlöcher in der Dachhaut mit frischen Dekaseal gefüllt. Auch der überlappende Stoß von Dachhaut zu Seitenwand wurde mit einer Dekasealraupe versehen. Dann habe ich auf dem Dachblech auf Höhe der Außenseite der Gummidichtung eine durchgehende Dekasealraupe aufgetragen und anschließend die Gummidichtung wieder aufgelegt. Die Dichtung habe ich mit dem Gummihammer leicht angeklopft. Anschließend habe ich alle alten Löcher der Gummidichtung mit reichlich Dekaseal abgedichtet.
Jetzt habe ich das alte Dach-Eckprofil wieder auf die Gummidichtung aufgelegt und leicht festgeklopft. Jetzt habe ich alle Schraubenlöcher im Aluprofil mit Dekaseal gefüllt. Dann habe ich vom Alkovenende nach vorne bzw. oben neue Schrauben eingedreht und handfest angezogen. . Nachdem das ganze Profil wieder auflag und die Schrauben handfest angezogen waren, habe ich die beiden Seitenkanten des Gummiprofils kontrolliert und überprüft, ob diese unter der Alu-Kantenleiste herausragten. Danach habe ich die Kantenleiste mit dem Gummihammer seitlich und von oben nochmals festgeklopft damit sich das Dekaseal sauber unter der Dichtung verteilt. Erst jetzt wurden die Schrauben endgültig festgezogen. Den Stoß der beiden Profilleisten habe ich rundherum abgedichtet.
Alle Schraubenköpfe habe ich jetzt nochmals mit einer Dekasealhaupe versehen, um erstens die Schraubenköpfe und Schraubendurchgänge zu versiegeln und zweitens dem Leistenfüller einen Halt zu geben.
Den Leistenfüller habe ich durch eine schräg angeschnittene Kartuschenspritztülle gezogen. Dadurch wird dieser im Querschnitt leicht gestaucht und kann dann ganz einfach in das Aluprofil eingelegt werden. Nach 30 cm Einzug sollte man allerdings das bereits eingelegten Füllerband leicht in die dem Einzug entgegengesetzte Richtung reiben, sonst wird der Füller durch den Einzug zu stark gedehnt und zieht sich später wieder zusammen was zu einer unschönen Lücke führen kann.
Auch der Leistenfüller bekam zum besseren Setzen leichte Schläge mit dem Gummihammer. Zum Schluss habe ich die Befestigung der Dachreeling wieder angebracht. Aufbau Eckprofil
Das seitlich übergequollene Dekaseal habe ich nach einer Woche Antrocknungszeit mit einer Bastelklinge angeschnitten und dann abgezupft, Schönheit muss sein!
Zum Schluss hier noch eine Zeichnung vom Aufbau einer Befestigung und Abdichtung mit einem Eckprofil.

Ich habe allerdings nur ca. 25% meiner Eckprofile abgeschraubt, weil ich vor Winterbeginn und Regenzeit die undichte Stelle beseitigen musste. Den Rest werde ich im kommenden Frühjahr kontrollieren, denn ich gehe davon aus, dass die restlichen Schrauben genauso vom Rost in Mitleidenschaft gezogen wurden und deshalb vielleicht auch in Zukunft Schwäche zeigen.

Inzwischen sind knapp vier Wochen vergangen und ich habe die Wasserstellen erneut überprüft. Obwohl das Wetter feucht war, mit Regen und keine richtig sonnigen Tage ist die Anzeige auf die Hälfte zurückgegangen. Nicht mehr 73 sondern 30 Digit zeigt die Feuchtemessung. Die Werte sind jetzt auf beiden Alkovenseiten gleich, es drang kein neues Wasser mehr ein und die nassen Stellen sind getrocknet!


Aber Feuchte kann nicht nur von Außen kommen, auch innen lauern Undichtheiten. Bei Wassersystemen mit Druckpumpe sollten alle Schlauchverbindungen mit Schlauchschellen gesichert sein. Auch Schläuche arbeiten und werden spröder. Vorsicht ist mit den Jahren vor allem bei verdeckten Schlauch- bzw. Rohrverbindungen angesagt, die hinter Verkleidungen verborgen sind. Das gilt auch für die Abläufe von Spülbecken und Duschwannen!
FrostControl leckt Bei meinem jetzigen Wohnmobil war es nach 12 Jahren ein undichtes Truma FrostControl Ventil. Das Wasser trat tröpfchenweise an der Unterseite des Wasserverzweigers aus und rann außen an der Ablaufleitung Wasserschaden 1 entlang durch den Wohnmobilboden in den darunter angebrachten zusätzlichen Unter-bodenstauraum. Der Schlauch führte ab da zwar nach außen, aber diese Durchführung war dicht. Das Wasser blieb deshalb im Unter-bodenstauraum stehen. Die beiden Ablaufschläuche waren in einer Kabelabdeckung geschützt verlegt. Diese Abdeckung war mit Holzschrauben befestigt, entlang dieser Gewinde ist das Wasser auch oberhalb der unteren Wandkante ins Holz eingedrungen. Da sowohl Wasserschaden 3 der Boden als auch die Wände des Staukastens hübsch mit Dekorfolie bezogen waren, hat man das Wasser bzw. die Holzfeuchte nie gesehen. Da kein Wohnmobil in allen Richtungen waagerecht geparkt wird, sammelte sich das Wasser in der hinteren linken Ecke und begann dort mit seiner Zerstörung. Wasserschaden 4 Ich wurde nur darauf aufmerksam, als ich einige überflüssige Sachen ausräumte und mich dabei mit der Hand auf einer weichen Stelle abgestützt habe. Da gingen dann die Alarmglocken los!!
Zuerst habe ich den Linoleumbelag in Längsrichtung mit dem Cutter eingeschnitten und vom nassen Sperrholzboden gelöst. Danach habe ich das feuchte Holz großzügig mit der Stichsäge aus Bodenplatte und Hinterwand herausgesägt, was in einem engen Stauraum nicht Wasserschaden 5 ganz einfach war (man sieht es an den Schnittkanten). Jetzt durfte zuerst einmal ein Heizlüfter ran und 48h lang die Restfeuchte im Staukasten austrocknen. Aus Dekorsperrholzplatten habe ich während dessen passende Einsatzstücke angefertigt und aus einem 5x2mm Alu Flachband einen passenden Winkel gebogen und mit Schraubenlöcher versehen.
Als Holz und Staukasten ausgetrocknet waren, habe ich die rechte Hälfte des Aluwinkels mit Dekalin versehen, am Rand der Unterseite bzw. Schnittkante angepresst und festgeschraubt. Dann habe ich die linke Hälfte des montierten Aluwinkels und die Schnittkanten des Ausschnitts mit einer Dekalinraube versehen, die Bodenplatte stramm eingesetzt und von unten mit dem Aluwinkel verschraubt.
Für die Rückwand habe ich noch an der Oberkante ein Alu Flachband überlappend auf die gleiche Weise montiert und das Einsatzstück angepasst. Die beiden zusammentreffenden Schnittkanten habe ich auf Gehrung geschnitten. Wasserschaden 6 Wieder wurden alle Holzkanten mit Dekalin versehen und die Heckplatte wurde eingepresst und verschraubt. Am unteren Rand der Einfassung der Stauraumklappe habe ich ein vierkant Buchenholzstab eingepasst und von außen durch den Stauraumrahmen verschraubt. In dieses Buchenholz habe ich dann die linke Seite der eingesetzten Bodenplatte verschraubt. Jetzt wurde der eingeschnittene, abgezogene und zurückgeschlagene Linoleumlappen wieder auf die Sperrholzplatte gelegt und mit Holzleim verklebt. Wasserschaden 7 Die Innenferfugungen habe ich später noch sauber klatt gezogen. Zum Schluss wurden alle außenliegenden Kanten und Plattenstöße nochmals mit Dekalin verspachtelt und das Ganze mit Unterbodenschutz eingesprüht.
Um einen späteren Schaden dieser Art zu unterbinden, habe ich den FrostControl Abnaufschlauch in einen Abwasserschlauch mit größerem Durchmesser gesteckt und diesen Schutzschlauch durch die hintere Staukastenwand ins Freie geführt. Leckt jetzt die FrostControl, läuft das Wasser zwar immer noch am Schlauch entlang, aber da dieser nach dem Prinzip "Waschmaschinen Zulauf Schutz" in einem weiteren Schlauch steckt kann das Wasser nach außen abfließen.
Zum Schluss habe ich den Ablaufschläuchen FrostControl, Frischwassertank und Boiler Druckausgleich noch ein "Verhüterli" aus  Fliegengitter übermontiert. Im Entlüftungsschlauch für den Boiler hatte sich nämlich eine Erdwespe ihr Nest gebaut und diesen verstopft.
Ende gut, alles gut. Aber wieder waren zwei Tage Arbeit nötig um die Folgen einer Billigkonstruktion von Truma zu beheben!


Stand 29.3.2021

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