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Tolle Touren, Stellplätze, Campingplätze

Vorwort
Hier möchte ich versuchen, Touren, Ereignisse, Stellplätze und Campingplätze etc. zu beschreiben, die uns (meiner Frau, mir und meinen zwei Enkeln) die größten Eindrücke hinterlassen haben.
Wir bevorzugen im Sommer eigentlich Plätze, wo wir genügend Platz haben um anderen nicht auf den Teller schauen zu müssen. Wir stehen deshalb gerne frei, aber über diese Plätzchen möchte ich hier nicht schreiben. Ich hoffe, ich finde dafür Ihr Verständnis.
Alle Ziele orientieren sich natürlich an unseren Freizeitaktivitäten und die sind im Sommer Wassersport, Mountainbiken, Wandern (was heute „Trekking“ heißt) und Tennis.
Im Winter dreht sich das ganze ums Skifahren oder Snowboarden.
Alle beschriebenen Plätze oder Routen sollen nur Anregungen und Grundinformationen für Ihre eigenen Touren geben. Ich habe deshalb auch den "romantischen Teil" sehr kurz gehalten.
Hinweis: Alle Koordinaten fürs Navi sind „dezimale Werte“ von Längen (E)- und Breitengrad (N)

Folgende Touren Ereignisse und Campingplätze sind auf den nächsten Seiten beschrieben:

Alpensafari Schweiz, Italien, Frankreich

Tour Zentralfrankreich, von Montpellier nach Lyon

Korsika mit Wohnmobil und Cabriolet

Caravan Park, Sexten

Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski, die Erste

Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski, die Zweite

Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski, die Dritte


Eine Alpen-Safari, Schweiz, Italien, Frankreich

Wir haben die Alpen schon sehr oft durchquert, von Norden nach Süden und wieder zurück. Als begeisterter Kletterer, Touren- und Alpinskifahrer war ich seit 1978 fast jeden Winter in den fränzösich/schweizer/italienischen Alpen, auch auf Ski-Safaries. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man mit einem Lift hoch fährt und dann auf der anderen Bergseite nach einer Stunde Skifahren in einem Ort ankommt, denn man mit dem Auto erst nach 100km Fahrt und 3h Fahrtzeit erreicht.
Deshalb wollten wir die Alpen auch mal ohne Schnee kennenlernen und auch mal von Ost nach West durchqueren. Diese Tour haben wir im Juni 2012 in Angriff genommen.

Und zwar in einem Cabrio, offen und mit 180PS unter der Haube. So eine Tour ist im Juni mit Cabrio oder Motorrad ein absoluter Hochgenuss. Die Natur blüht, die Strassen und Pässe sind schneefrei, der hochsommerliche Reiseverkehr hat noch nicht eingesetzt und man kann mit einem kleineren Auto hervorragend Plätze für das große Wohnmobil erkunden.

Ein Nachteil gibt es in dieser Zeit aber leider auch, die Infrastruktur (Hotel, Restaurant, Schwimmbäder etc. erholen sich von der Wintersaison und fangen erst Anfang Juli wieder richtig an.

Gestartet sind wir entlang des Bodensees nach Chur, dann über das Vorderrheintal hoch bis Disentis und von dort aus über den Lukmanier-Pass (1972m) in das Tal des Ticino. Die Aufstiegsseite ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Almwiesen. Die Abfahrt führt über Almwiesen, Bergwald und später Mischwald, alles von Bergbächen durchzogen.

Die Südwestseite ist ein absolutes Revier für Mountainbiker, alles tip-top ausgeschildert, alles auf kleinen, sauberen Wegen.
Im Ticino-Tal sind wir dann wieder einkurzes Stück nordwärts gefahren, nach Locarno.

Von dort aus haben wir den dort liegenden Bergrücken von Ost nach West durch die Melezza-Schlucht durchquert. Die schmale Bergstraße windet sich hier auf Pfeilern durch die Schlucht und gewährt einem oft tollen Ausblicke auf den Fluss und einen Stausee. Die größte Steigung beträgt allerdings 17%, die Straße ist teilweise nur 2,60m breit. Man sieht hier pittoreske Bergdörfer in den Schluchten kleben und mitten in der Wildnis ist die Zollstation nach Italien.

In St. Maria Maggiore gibt es einen tollen Stellplatz in den Lärchenwäldern, weit weg von der Straße. Seine Koordinaten sind N 46.13139°, E 8.45578°, Höhe 816m.

Weiter geht es auf der SS 337 nach Domodossola und von dort Richtung Omegna. Wenn man (von Nord nach Süd gesehen) auf der linken Seite des „Lago da Orta“ fährt kommt man am unteren Ende des Sees an einen echten Lido, mit Sandstrand, Sonnenschirmen, Liegestühlen, Dusche und einem kleinen guten Restaurant. 

Über Borgomanero, Biella, Chatilon und Aosta sind wir dann in das Bergstädtchen Courmayeur gefahren. Das Aosta-Tal ist ein sehr schönes, weites Tal, die SS26 für Motorrad und Cabrio und mit ausgeschilderten Radwege für Fahrradfahrer. 

Das rechte Bild zeigt den Monte Bianco von der italienischen Seite.

Durch den Mont Blanc Tunnel (einfach 49€) sind wir dann nach Chamonix / Frankreich gefahren.
Chamonix ist eine alte Bergsteiger-Stadt mit „Bergdorf-Charakter“ und immer einen Tagesaufenthalt wert. Von hier aus kann man auch mit der Bergbahn auf die „Aiguille du Midi, einer der Ausgangspunkte für eine Besteigung des Mont Blanc oder einer 20km langen Ski-Gletschertour über das Vallee Blanche zurück nach Chamonix.


Über Les Huches und St. Gervais führte unsere Route auf der N212 nach Megeve, ein gewachsenes Dorf in einer wunderschönen Landschaft und im Winter Ausgangspunkt für Alpinski und Langlauf. 

Über Ugine fuhren wir bis zum Orteingang von Albertville um dann auf eine der tollsten Bergstrecken für Oldtimer, Cabrios, Motorrad- und Rennradfahrer abzubiegen. Die Abzweigung auf die D67D925/D902 nach Villard sur Doron und Beaufort haben wir aber nur mit Hilfe des Navis gefunden.

Das Tal der Doron ist eine gute Gegend zum Wandern und endet am Col de Meraillet (1611m). Von dort geht es dann, vorbei am Lac de Roselend runter nach Bourg St. Maurice.

Bevor man aber dort hinkommt kann man links in das Gletschertal der les Grand des Aiguilles mit einem wunderschönen Standplatz auf ca. 1564m hinein fahren. Der Stellplatz ( N45.6965° / E6.7339°) ist frei, hat aber weder Wasser noch Strom. Gleich daneben ist die „Auberge de la Nova“ in der man gut essen kann und eine Käserei in der es Schafskäse, Brot und Marmelade gibt.

Die Auberge ist auch die Übernachtungsstation für eine Rundwanderung um den Mont Blanc.

Bourg St. Maurice ist eine nette kleine Bergstadt, Ausgangsort zu zwei Skistationen: Les Arcs und La Plangne und auch oft schon Durchgangsstation für die Tour de France. Hier wurde auch ein James-Bond Film und der Skifilm „ Apocalypse Snow – La Retour“ gedreht.

Zusammengefasst: Ein toller Ausgangsort für viele Sportarten zu Wasser, zu Luft und zu Berge!  

Wir sind dann weiter auf der „Route des Grandes Alpes“, auf der D902 in das Tal der Isere. Der Skiort Val d` Isere ist nicht besonders ansprechend, eine lange Straße, viele Hotelburgen und im Sommer tote Hose. Auch den Skiort Tigne erreicht man über dieses Tal.
Aber die Route über den Col d`lÌseran (2770m) ist ein Highlight. In manchen Kurven muss man allerdings gut aufpassen, Motorradfahrer, die einen Rennradfahrer überholen und von hinten röhrt ein Porsche, der meint er wäre in Le Mans.

Die Abfahrt bis Lanslebourg ist landschaftlich sehr schön, zum wandern und moutainbiken echt zu empfehlen.
Ab Lanslebourg über Modane nach St. Michel auf der N6 ist nicht so spektakulär, aber man muss sie fahren wenn man weiter zum berühmten Col du Galibier will.

In St. Michel biegt man wieder auf die D902 und folgt der Beschilderung auf den Col du Telegraph (1570m) und fährt dann hinunter ins Tal der Arc.

Über den bezaubernden Ort Valloire, mit dem Charme eines typisch savoyardischen Bergdorfs und alten, traditionellen Steinhäusern, fährt man dann durch ein weites Tal immer höher zum Col du Galibier (2645m) und dem Col du Lautaret (2058m). Wir sind immer noch auf der Route des Grandes Alpes und auf der Spur der Tour de France. Die drei Pässe sind für Radfahrer ein Kriterium der Leistungsbereitschaft. Im Cabrio sitzend weiß man nicht so recht ob man diese Radfahrer/Radfahrerinnen bewundern oder bedauern soll. 

Wir biegen ab auf die N91 Richtung Briancon. Die Kleinstadt Briancon, mit seinem Skigebiet Serre-Chevalier ist die zweithöchst gelegene Stadt (1326m) in Europa und liegt nordöstlich des großen Nationalparks Ecrin, dicht an der Grenze zu Italien. Wir folgen der N94 ins Tal der Durance. Dieses weite Tal lädt geradezu ein, am Ufer der wilden Durance zu wandern oder mit dem Mountainbike zu fahren. Die mutigeren gehen mit dem Kajak aufs Wasser. Alle Einstieg/Ausstiegsstellen sind von der Straße her beschildert, es ist allerdings nicht nötig, denn man sieht die PKWs, Kajaks und Ausrüstungsgegenstände auch so. Manche Campingplätze sind fast nur mit Kajakfahrern belegt.  

Die Durance fließt bei Embrun in den Lac de Serre Poncon, einen Stausee mit erfrischendem und klaren Wasser auf dem alle (ruhigen) Wassersportarten wie Segeln, Kitesurfen Rudern, Tretbootfahren und Wakeboarden möglich sind.

Embrun ist eine alte, kleine Stadt, malerisch auf einer Felskante gelegen mit vielen Kunstgewerbeläden.

Als Campingplatz empfiehlt sich der Camping Municipale „La Garenne“ ( N44.5396°, E6.4556°) mit angrenzender öffentlicher Liegewiese direkt am See.
Ein kurzes Stück am See entlang kommt man nach Savines le Lac mit einem Stellplatz (7€, Wasser, Abwasser/Strom, N44.5250°, E6.4008°

Leider muss man bei aller landschaftlicher Schönheit, dem tollen Wetter und dem berauschenden Fahrgefühl auch mal an den Rückweg denken. Wir sind also die N94 wieder zurück bis Briancon und sind dann über den Col de Montgenèvre (1850m) ins italienische Susa gefahren.
Von Susa sind wir bis Borgamanero auf die Autobahn gegangen. Bei Gozzano sind wir wieder am Lago Orta entlang gefahren bis Verbana und haben dann am Lago Maggiore übernachtet.

Die restliche Rückfahrt erfolgte dann über Locarno, entlang dem Ticino und über den San Bernadino Pass. Ab hier war es dann vorbei mit dem schönen Wetter und das Cabriodach musste geschlossen werden.
Durch das Hinterrheintal, Thussis und den Bodensee fuhren wir dann wieder in heimische Gefilde.

Tja, das war eine kleine Beschreibung über eine 9-tägige Rundfahrt durch die schweizerisch-italienischen und französischen Alpen mit einer Strecke von knapp über 2000km.
Mit dem Wohnmobil muss man das nicht alles fahren, aber warum nicht mal einen Wander- oder Fahrradurlaub in dieser wunderschönen Gegend machen? Kroatien ist weiter weg! Manche der beschriebenen Strecken sind wir schon früher mit dem Wohnmobil gefahren und wir haben genügend Womos auf dem Iseran und Galibier gesehen um zu wissen, dass es gut zu fahren ist.


Zentralfrankreich, von Montpellier nach Lyon

Weil mir die Autobahnfahrt zu langweilig war, habe ich meine Rückreise von Südfrankreich teilweise über Distrikt- und Nationalstraßen durchgeführt. Was anfangs nur aus einer Laune heraus geplant wurde hat sich im Nachhinein als wunderbares Erlebnis durch eine tolle und faszinierende Landschaft herausgestellt.

Von Leucate, meinem bevorzugten Surfrevier kommend, bin ich auf der N9 bis Pèzenas (kurz vor Montpellier) gefahren um dann für die ersten 120 km die dort kostenfreie Autobahn zu benutzen. Es gibt keinen anderen direkten Aufstieg in das Gebirge des l´Herault. Die Autobahn ist mit Ihren Kurven und Steigungen auch nicht immer als solche zu erkennen.

Nach ca. 80 km fragt man sich wo die Autobahn den hingeht denn vor einem türmt sich eine Felswand auf, über die keine Straße gehen kann. Der Anblick ist absolut fantastisch.
Danach kommt wieder ein Stück „Möchtegern-Autobahn“, dann wieder ein Teil der gut ausgebaut ist.
Jetzt ist man auf einem Hochplateau, ca. 1200m, mit einer sehr kargen Landschaft.

Bei der Ausfahrt 48 sollte man aber die Autobahn verlassen, denn erstens wird diese ab da mautpflichtig und zweiten kommt jetzt wieder ein interessanter Teil. Über die D7, die D999 und dann über die N9 fährt man Richtung Millau.

 Auf der N9 fährt man unter der höchsten Brücke Europas, dem „Viaduct de Millau“ durch. Auf dieser filigran wirkenden Brücke überquert die Autobahn das Tal der Tarn.

Von Millau geht es dann über die D907 und wenn man will über die D986 oder N106 nach Mende.

 












Achtung: Die direkte D986 hat eine Höhen- und Breitenbegrenzung (4m / 2,2m).Die Landschaft entschädigt einen aber für manche Kurbelei. Die Begrenzung hat ihren Grund in dieser Brücke !! Aber die Aussicht in die Schlucht der Tarn ist grandios.

Von Mendes geht es am besten über die N88  nach le Puy en Velay und von dort über die D103 und D46 durch das Tal der Loire nach St. Etienne.

Zwischen Mende und le Puy liegt der Lac de Naussac. Es ist ei touristisch erschlossener Stausee. Man kann dort Segeln, Windsurfen, Tauchen und auch „Segel waschen“. Außerdem eignet sich der Parkplatz am See in der Nebensaison gut zum übernachten. Die Pizzeria ist allerdings, wie so vieles in Frankreich, in der Nebensaison ab Mitte September geschlossen.

Von St. Etienne nach Lyon und um Lyon herum habe ich aber dann wieder die Autobahn benutzt, denn Lyon und die Peripherie muss man sich nicht wirklich antun.

Diese Tour führt einen durch eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche und herbe Landschaft. Um das zu genießen sollte man dafür allerdings mindestens 2-3 Tage Zeit einplanen.


Caravan Park, Sexten

Im Frühsommer 2009 wollten wir mit dem Wohnmobil einen Urlaub mit einem gewissen Komfort verbringen. Fürs Mittelmeer oder die Ostsee war es uns noch zu kalt, deshalb haben wir uns gleich fürs Gebirge entschieden, da war klar was wir an Kleidung brauchen würden.

Wir suchten einen Campingplatz mit genügend Platz fürs Womo, unsere Stühle und genügend Raum zum Atmen, gute und warme sanitäre Einrichtungen und möglichst noch mit einem Schwimmbad in der Nähe.

Entschieden haben wir uns dann für den „Caravan Park Sexten“, (E12.39959, N46.66824, Caravan Park Sexten) im nördlichen Teil der Dolomiten, an der Grenze zu Österreich. Der Katalog und die Internetseiten versprachen einiges, aber Papier und das Web ist geduldig, der persönliche Augenschein ist wichtiger.

Die Anreise über die Brenner-Bundesstraße war problemlos, wir haben aber an der Mautstelle Sterzing auf dem dortigen Stellplatz (E11.43325, N46.88231, Autocamp Sadobre) eine Übernachtung eingelegt. Der Stellplatz ist bewacht, sehr ruhig und liegt direkt neben einem Restaurant, dessen Pizza absolut zu empfehlen ist.
Der Rest der Fahrt durchs Pustertal über Brunneck war problemlos und landschaftlich sehr schön.

Der Campingplatz war eine Überraschung, landschaftlich schön gelegen, weitläufig und alle Gebäude und Sanitäreinrichtungen im Stil alter Bauernhäuser aufgebaut.

Bei den Stellplätzen kann man wählen zwischen Standard-, Komfort- und Premiumplatz mit einer Fläche von bis ca. 200 m2. Alle Plätze besitzen einen Stromanschluss mit Zähler, Frischwasser, Grauwasser und Schwarzwasserentsorgung sowie einen TV-Kabelanschluss. Der Campingplatz wird ganzflächig mit WLAN abgedeckt und ermöglicht damit überall einen Internetzugang.
Vor dem eigentlichen Campingplatz gibt es auch einen Stellplatz mit Stromanschluss.

Zuerst ist mal alles da, was einen guten Campingplatz auszeichnet:

  • Restaurant, Taverne, Laden, Kinderspielplätze etc.

Was man aber nicht auf jedem Campingplatz findet sind:

  • Sehr schönes Hallenbad mit Schwimm- und Liegebereich im Freien, Sauna, einen absolut ruhigen Ruheraum und ein breites Wellnessangebot sowie ein separat gelegenes „Baumhaus-Bad“.

Dieses Angebot ist allerdings in den Platzgebühren nicht beinhaltet.

Der Platz ist ideal als Ausgangspunkt für Wandern, Mountainbiken, Skifahren oder Klettern. Direkt vor dem Platz befindet sich die Bushaltestelle und an der Rezeption kann man eine 7 Tage-Karte lösen und ist damit im ganzen Bereich bis Bozen beweglich.

Im August haben wir dann nochmals für eine Woche dort haltgemacht und festgestellt, dass in der Hauptsaison alles ein bisschen anders aussieht.
Direkt vor dem Campingplatz betreibt der Besitzer einen Stellplatz für Wohnmobile, mit Strom aber ohne Wasser. Alle Stellplatzbenutzer benutzen die Wasch- und Toilettenmöglichkeiten des Campingplatzes.
Zwischen 8 und 10 Uhr morgens ist deshalb auch für die voll zahlenden Gäste erst mal Warten angesagt.

Mein Fazit:
Toll in der Nebensaison, aber in der Hauptsaison sollte man in meiden.


Korsika mit Wohnmobil und Cabrio

Korsika, meine Lieblingsinsel steht immer wieder auf dem Programm, bis jetzt waren wir zwölfmal auf Korsika. Mal mit den Enkeln im Wohnmobil während der bayrischen Schulferien und damit teilweise in der Hauptsaison. Aber auch in der Vorsaison im Juni mit dem Cabrio.

Die Anfahrt erfolgte für uns über Livorno, dort gibt es übrigens direkt am Fährhafen einen Stellplatz mit VE (GPS dez: N43.55606, E10.30406, Livorno Port StP). Preisgünstig sind die „Nachtfähren“, die um ca. 22 Uhr ablegen. Buchen kann man direkt am Fährhafen, die Preise sind nicht anders als im Internet und man ist flexibler.

Man kann auch von Genua übersetzen, die Preise sind gleich, die Fahrtzeit ist allerdings um 2-3h länger. Die längere Überfahrt kann allerdings sehr lang werden wenn man nicht auf Deck einen Liegestuhl ergattert und die Schiffsräume sind "sehr stark klimatisiert". Für Kinder würde ich auf jeden Fall die Mobby Dick Line empfehlen, die haben einen Kinderspielplatz, Flipper und eine normale Wärme in diesem Bereich. Es ist einfach ärgerlich, wenn die Kinder sich in den ersten Urlaubstagen mit Schnupfen und Erkältungen herum plagen.

Hier zuerst einmal ein paar Anmerkungen aus unseren Erfahrungen.

  • Vergessen sie Navi und Google Earth, kaufen Sie sich eine gute Michelin-Karte im Maßstab 1:150 000.
  • Viele Nebenstraßen ins Gebirge haben eine 3,5t Beschränkung.
  • Stellplätze sind, zumindest in der Hochsaison, mit Höhenschranken (2,2m Höhe) versehen.
  • Misstrauen Sie den Bildern und Angaben im Internet. Achtung bei Wohnmobilen über 7m Länge, die CP-Stellplätze sind oft klein und uneben.
  • CP-Buchungen sind in meinen Augen auch in der Hochsaison nicht sinnvoll, denn die meisten CPs haben keine nummerierten oder abgegrenzten Stellplätze.

Mit beiden Fahrzeugtypen sind wir auf Korsika in alle Ecken gereist, hoch zum Cap Corse, die wundervolle Westküste auf der N197/N196 herunter bis Bonifacio und natürlich auch die flachere und einfacher zu  fahrende Ostküste auf der N198. Ausgehend von einer diagonal verlaufenden Nationalstraße N193 kommt man von Bastia quer durch Korsika nach Ajaccio.

Dies soll aber kein Reiseführer sein, mit Sehenswürdigkeiten und Empfehlungen zu allen Ecken dieser wundervollen Insel sondern nur eine Zusammenstellung meiner Eindrücke und Erfahrungen unter dem Gesichtspunkt eines Wohnmobil bis 3,5t und eines Cabrio bzw. Motorrad.

Zuerst einmal den Gesichtspunkt "Wohnmobil" und Campingplätze.

Zu den Campingplätzen auf Korsika muss man aber hier schon ein paar Worte verlieren.

Viele Campingplätze sind wirklich nur für Camper geeignet, entweder sind die Wege darauf zu eng, das Terrain zu felsig oder die Bäume zu klein um mit einem „normalen Wohnmobil“ von 6,5m Länge und 3m Höhe einen Standplatz zu finden. Alles was im Internet steht oder abgebildet ist entspricht nur ganz grob dem was man vorfindet. Wir „schnorchelten“ deshalb die Plätze ab, schauten ob er unseren Vorstellungen und unserer Womo-Größe entsprach und haben dann erst über den Verbleib entschieden. Es gibt keine verlässlichen Wertungen, man findet alles.
Den 5 Sterne Platz mit einer seltsamen Auffassung von „sauberen Waschräumen“ genauso wie den 3 Sterne Platz mit richtig sauberen Wasch- und Toilettenräumen, Toilettenpapier und Mischgarnituren für kalt/warm in Dusche und Waschbecken.

 

Einen dieser besuchten Campingplätze möchte ich hier näher vorstellen.
Den Campingplatz „Camping les Iles“ bei Bonifacio,(
www.camping-desiles.com). an der Südspitze von Korsika. Die GPS-Koordinaten sind N41.3005, E009.21151. Geöffnet ist der Platz von April bis Ende Oktober, er hat zwar „nur 3 Sterne“ aber dafür Schwimmbad, Tennis, Kinderspielplätze, Billard, Schach, Restaurant und Minimarkt. Alle Waschräume, Duschen und Toiletten haben Wasser nach Wunsch, d.h. warm/kalt. Dies ist in Frankreich nicht unbedingt Standard.  Vom Campingplatz aus hat man, bei klarem Wetter, eine tollen Ausblick über die Meerenge zwischen Korsika und Sardinien (auf diesem Bild ganz oben). Der Strand ist allerdings ca. 900m entfernt und ist für Surfer und Kiter ein absoluter Hotspot, da er in der Meerenge von Korsika/Sardinen liegt und durch den Düseneffekt eine stabile und starke Durchlüftung erfolgt. Eine Tauch- und eine Segelbasis runden die Wassersportmöglichkeiten ab. Der Spot ist allerdings kleiner als sein Pedant „Port Pollo“ auf der gegenüberliegenden Küste von Sardinien.

 Weitere Campingplätze, aber natürlich nur aus meiner Sicht und als Aufzählung natürlich überhaupt nicht vollständig:

Camping La Pietra, F 20233 Marine de Pietracorbara, D80, GPS N42.839211, E009.473576,
CP mit tollem Pool, Restaurant, CP-Wiese, CP-Stellplätze, 20 km nördlich von Bastia, gut für Ankunft/Abfahrt.

Camping San Damiano Lido de la Marana, F-20620 Biguglia, RN 198, GPS N42.601399, E009.494318,
CP mit Pool, Baumbestand, ca. 10 km südlich von Bastia, gut für Ankunft/Abfahrt.

Camping Merendella, F-20230 San Nicola, Moriani Plage, RN 198, GPS N42.373594, E009.531821,

Camping La Rondinara, 20169 Bonifacio, Route de la plage, GPS N41.474658, E009.262511,
Ein toller CP mit wirklich schöner Aussicht für Camper oder Kastenwagen. Für Wohnmobile ist er eher ungeeignet, für Gespanne ist die Straße gesperrt. Der CP hat einen tollen Pool mit direktem Blick von oben in die Bucht von Rondinara. Der Abstieg auf einem Fußweg zur Bucht von Rondinara, bzw. eigentlich der spätere Aufstieg, ist allerdings sportlich zu sehen. Aber der Besuch der Bucht mit weißem Sandstrand und Sychellen-Feeling lohnt sich.
Mit dem Cabrio/Bike kann man über eine "geteerte Straße" direkt zum Strand fahren, dort ist ein großer Parkplatz, übernachten ist aber verboten und wird kontrolliert.

Camping Algajola, an der N197, GPS N42.60862, E008.87174,
Zwei großzügige Campingplätze direkt nebeneinander, Zufahrt direkt von der N197. Die CPs liegen hinter der Bahnlinie, die hier direkt 200 m hinter dem Strand verläuft, der Zugang zu den Sandstränden erfolgt über die Bahnlinie. Das hört sich nicht so toll an ist aber kein Problem.
Der Pluspunkt: Der Zug hält am CP! Hier kann man entweder in Richtung Süden zu weiteren Stränden oder nach Calvi fahren. Nach Norden kommen auch weitere Strände und zum Schluss kommt als letzte Stadt an der Westküste le Rousse, bevor der Zug durch das Landesinnere nach Bastia fährt. Eine Fahrt, die sogar öfters mal in der Fernsehreihe "Eisenbahnromantik" gezeigt wird. Für Eisenbahnfans ist die Strecke von Calvi nach Bastia ein Muss!

 

Campinglätze an der Westküste gibt es viele. Zwei z.B. an der Westküste von  Cap Corse, bestimmt fünf bis sechs im Golf von St. Florent, wie schon gesagt in Algajola, oder in der Bucht von Calvi. Dann wird es allerdings küstenmässig steil und schroff und damit so gut wie keine Chance für Campingplätze mit Strandzugang.

Erst bei Ajaccio werden es wieder mehr. Danach geht die N196 aber wieder ins Landesinnere, damit fehlen die Sandstrände. Erst in Propriano kommt man kurz wieder direkt ans Meer bevor die N196 wieder nach Sartene ins Landesinnere führt.

Bei Roccapina kommt man wieder ins Tiefland und ans Meer und findet wieder Campingplätze in allen Ausstattungen. Allerdings sind fast alle auf der landesinneren Seite der Straße, für den Weg zum Strand muss man die Straße queren.

Schade ist, dass Wohnmobilfahrer sich meist an die Nationalstraßen gebunden fühlen und damit nur einen Teil der Schönheit von Korsika genießen können.

Deshalb hier einmal ein paar Vorschläge für alternative Reisemittel, das Cabriolet oder das Motorrad. Bei diesen Reisenden ist der Campingplatz meist zweitrangig, sie übernachten in Hotels, B&B, Chambre d'hôtes oder der günstigsten Version, den Gites.

Eine Unterkunft mit Pfiff kann ich hier empfehlen, das Hotel Bungalow du Marquis (GPS N41.609517, E009.194967), eine normalpreisige Bungalow-Anlage mitten in den Bergen von Porto Vecchio. Sie fahren die D659 von Porto Vecchio Richtung Sotta und folgen den Hinweisschildern. Sie finden einfach ausgestattete Bungalows mit Küche und TV und eine Anlage mit WiFi, Pool und Restaurant. Die 20 Minuten Fahrt von den Bungalows ans Meer bietet einen wirklich großartigen Ausblick.

 Für absoluten Fahrspass und fantastische Landschaften bzw. Ausblicke sind folgende Strecken zu empfehlen:

  • Die D81 von St. Florent nach le Rousse.
  • Die N197 von le Rousse über die Ponte Leccia nach Corte und dann die N200 entlang dem Fluss Georges nach Aleria.
  • Von Corte können Sie in das viel beschriebene und berühmte Tal von "Gorges de la Restonica" abbiegen. Aber auch hier Vorsicht, am Ortsausgang von Corte ist die Straße ins Restonica-Tal durch eine Hauswand und einen Findling in der Breite begrenzt. Mehr als 2,30m Breite mit eingeklappten Rückspiegeln ist nicht drin. Die weiterführende Straße wird bei Gegenverkehr durch die fehlende Straßenbreite und die tieferen Seitenränder richtig interessant. Aber es gibt dort zwei naturnahe Campingplätze im Wald und direkt am Fluß, für Biker ein Paradies, denn der Bergfluss hat Badekuhlen, echt erfrischend.
  • Die D81 von Calvi durch das Landesinnere nach Porto. Aber Achtung, die Strecke ist zeitintensiv und für Wohnmobile nur bedingt empfehlenswert. Bei Fahrzeugen ohne Servolenkung wissen Sie am abend was sie geschafft haben!
  • Eine weitere tolle Strecke führt von Solenzara über die D268 über den Col de Bavellanach Zonza und von dort über die D368 nach Porto Vecchio. Auch hier hat der Fluss Solenzara am oberen Teil große Badekuhlen aus dem Fels gewaschen.
  • Als Cabrio- oder Bikefahrer sollten Sie unbedingt den "Golf di Rondinara" besuchen. Der Golf ist eine Augenweide, die Straße sollte man allerdings bei starkem Besucherandrang sehr umsichtig und vorausschauend befahren, manche Biker haben in den Kurven einen Hang zur Mitte!

  


Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski, die Erste

Eine Fahrt mit dem Glacier Express war schon lange mein Wunsch, nach Ostern sollte er verwirklicht werden. Der Express durchfährt die grandiose Alpenwelt von West nach Ost (Zermatt nach St. Moritz) oder umgekehrt. Ende April fanden wir als Termin ganz gut, im Tal schon Knospen und Blumen, die Berge noch mit Schnee.

Diese Tour gibt es als Paket von vielen Veranstaltern, aber wir sind nun mal Individualisten und können das alles selbst organisieren. Mit dem Wohnmobil auf einen Campingplatz, am Matterhorn in Zermatt und Cervinia ein bisschen Skifahren und von Zermatt aus dann mit dem Glacier Express nach St. Moritz. Dort würden wir dann übernachten und am nächsten Tag die gleiche Strecke wieder zurück fahren. Sollte das Wetter schön bleiben, könnte man nochmals ein paar Skitage anhängen und die Skisaison mit Abfahrten im Firnschnee ausklingen lassen.

Meine Frau übernahm die Suche und Abstimmung für einen Campingplatz.
Die Internetseite des Campingplatzes hatte auch einen Anreisevorschlag, was ja immer ganz hilfreich ist und zwar:
Stuttgart – Bodensee – Chur – Flims – Andermatt – Brig – Zermatt.
Diese Strecke schien in Ordnung zu sein, zumal Chur für einen Stuttgarter eigentlich noch ein Heimspiel ist.

Trotzdem gab ich das Ziel auch in meinen ADAC-Tourenplaner auf dem Notebook ein und war ganz überrascht, als mir vorgeschlagen wurde, über Zürich – Luzern - Interlaken – Kantersteg Bahnverladung und Goppenstein nach Zermatt zu fahren.

Erstens war ich gar nicht scharf drauf, mit dem Womo auf einem Zug zu fahren, zweitens zögert man als Schwabe doch vor unnötigen Kosten und drittens hatte ich mich schon auf die erste Ausfahrt mit dem Wohnmobil gefreut. Mein Motto lautet ja: „Der Weg ist das Ziel“ und den wollte ich mit dem Wohnmobil bewältigen.

Aber sicher ist sicher, lass mal die Routenplaner vom Internet an die Sache, wer weiß, was die in dem ADAC-Planer alles berechnen.
Der Planer aus dem Internet sagte auch „via Chur“, die Nachbarn sagten auch „via Chur“, also wurde das Navi mit Zermatt programmiert. Auch das Navi fand sofort den Weg über Bodensee, Chur, Flims und Andermatt, also alles paletti.

Am 12.4. fuhren wir los, Die Strecke nach Chur fand unser Brummi im Schlaf, das Neue war die B19 nach Flims in Richtung Andermatt. Auf der Strecke waren auch ein paar Hinweisschilder, Lukmanierpass offen, Oberalppass gesperrt und ab Tschamut eine Höhenbegrenzung auf 3,90m.
Das war alles nicht für uns, das Navi war auf Zermatt programmiert und meine beste Ehefrau von allen hatte die Karte auf dem Schoß und sagte dauernd „wir sind richtig“. Da konnte ich mich doch voll auf die Fahrfreude konzentrieren.

Mit meiner Freude war es allerdings rasch vorbei, am Ortsende von Tschamut war ein Schild „Durchfahrt verboten“ und ein Schild „Fußgänger erlaubt“. Zwanzig Meter weiter war ein Schneewall von ca. 1m Höhe und das ganze war ein definitiv gesperrter „Oberalbpass“, der noch seine Wintersperre hatte.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch Luftlinie ca. 30Km von Zermatt entfernt.
Mit Hilfe der guten alten Straßenkarte (ich habe immer eine dabei) und der ADAC-Infoline fanden wir schnell heraus, dass auch die Ausweichpässe Furka, Grimsel etc. noch Wintersperre hatten.

Der ADAC-Tourenplaner hatte dies berücksichtigt, die verdammten Navi und die Internet-Tourenplaner haben von „Wintersperren“ verschiedener Alpenpässe noch nie was gehört und ich habe geschlampert und allem vertraut, nur nicht dem Richtigen. Wenn wir nach Chur zurückfahren würden, um auf die Route Interlaken, Kandersteg zu kommen würde das einen Umweg von ca. 300Km bedeuten, denn wir waren im Osten und müssten dann von Westen anfahren.

Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski,  die Zweite

Wie schon gesagt, mein Motto lautet „Der Weg ist das Ziel“ und unter einem solchen Motto gibt es immer einen Weg, und die Papierkarte zeigte mir auch eine Lösung:

Ca. 20Km zurückfahren und dann über den offenen Lukmanierpass in Richtung Süden nach Bellinzona und dann nach Locarno. Von dort gab es eine Landstraße durch die Melezza-Schlucht nach Domodossola. Das liegt allerdings schon in Italien. Von Domodossola kann man dann über den Simplon-Pass wieder in die Schweiz nach Brig und dann nach Zermatt kommen.

Die bange Frage meiner liebsten Ehefrau „und du glaubst, mit dem Wohnmobil schaffen wir diese Pässe und die Steigungen (17%) „ beantwortete ich in vollster Überzeugung und voller Vertrauen auf unseren zwillingsbereiften Heckantrieb mit „ Ja, natürlich, wenn nicht wir, wer dann“. Ein weiteres Lieblingsmotto von mir ist „No Risc, no Fun“.

Eine Fahrt über den Lukmanierpass (1972m) kann ich wirklich nur empfehlen. Eine gut ausgebaute Straße und eine ausnehmend reizvolle Landschaft. Für Wohnwagengespanne ist der Pass allerdings tabu, die größte Steigung beträgt 12%.
Von Pollegio, dem Ende des Passes ging es dann über die Autobahn bis Locarno. Ab dort geht es dann über Minusio in die Melezza-Schlucht. Die schmale Bergstraße windet sich hier auf Pfeilern durch die Schlucht und gewährt einem oft tollen Ausblicke auf den Fluss und einen Stausee. Die größte Steigung beträgt allerdings 17%, die Straße ist teilweise nur 2,60m breit. Man sieht hier pittoreske Bergdörfer in den Schluchten kleben und mitten in der Wildnis ist die Zollstation nach Italien.

In St. Maria Maggiore gibt es einen tollen Stellplatz in den Lärchenwäldern, weit weg von der Straße. Seine Koordinaten sind N 46.13139°, E 8.45578°, Höhe 816m.

Weiter geht es auf der SS 337 nach Domodossola und von dort aus auf der A9 Richtung Norden zum Simplonpass. Kurz vor dem Pass quert man wieder die Grenze, diesmal zurück in die Schweiz. Der Simplonpass (2005m) ist hervorragend ausgebaut und führt über eine tolle Alpenlandschaft nach Brig.

Sehenswert ist hier die Bahnhofsanlage für die Autoverladung aus den 20-iger Jahren.

In der Nähe waren wir gestern schon mal, aber jetzt sind wir auf der richtigen Seite und bis Zermatt, genau gesagt bis Randa/Täsch zum Campingplatz ist es nur noch ein Katzensprung.
Der Campingplatz kurz vor Zermatt heißt Attermenzen, ist ein ACSI-Platz, hat normale Ausstattung inklusive Restaurant und kostenpflichtiges WLAN. Seine Koordinaten sind N 46.08595°, E 7.78196°, Höhe 1414m. Auf dem Campingplatz ist hervorragender DVB-T Empfang, auch von deutschsprachigen Sendern.

Zermatt ist eine autofreie Zone, die letzte Parkmöglichkeit ist in Täsch. Von dort aus kommt man entweder mit der Matterhornbahn oder dem Taxi weiter. Die Transportpreise sind der Exklusivität angepasst, eine einfache Fahrt pro Person an den Ortsrand von Zermatt kostet zwischen 5€ (Zug) oder 6€ mit dem Sammeltaxi. Auch vom Ortsrand von Zermatt zum Bahnhof oder zur Liftstation sollte man den Skibus (kostenfrei) oder ein Elektrotaxi (pro Fahrt und Person 5€) nehmen.

Zermatt ist eine Stadt voller Widersprüche, am Ortsrand hässliche Beton - und Schotterwerke und einen alten Ortskern mit typischen Walliser Gebirgshäusern, der aber immer wieder mit funktionellen Betonbauten „aufgelockert“ wird. Genauso gemischt ist das Publikum, Zobel und Dufflecoat findet sich neben vliesgekleideten Bergsteigern mit Klettergurt und der Rucksack mit Seil, Steigeisen und Eispickel wird neben Louis Vuitton Taschen in der Pferdekutsche verstaut.

Das Skigebiet am Matterhorn, mit Gornergrat, Plato Rosa und auf der italienischen Seite mit Cervinia ist mit meist blauen und roten Pisten sehr familiengerecht, abseits und mit geländekundiger Begleitung bietet sich aber ein variantenreiches Skigebiet mit allen Schwierigkeiten. Eine Tageskarte inklusive der italienischen Seite kostet pro Erwachsenen 65€. 

 

 

Zermatt, Glacier Express und ein bisschen Ski, die Dritte

Der Glacier Express verbindet die Westschweiz mit dem östlichen Teil. Er ist Teil des schweizerischen Bahnnetzes und fährt fahrplanmäßig das ganze Jahr. Bei starkem Schneefall wird die Strecke vorher mit der Fräse freigemacht. Von Zermatt nach St. Moritz dauert die Fahrt ca. 6 Stunden und kostet hin und zurück pro Person inklusive Platzreservierung ca.165€.

Zuerst einmal ein paar geografische und technische Details:

Die Bahn wurde 1889 eröffnet und bis 1926 ausgebaut. 1930 nahm der heutige Glacier Express den Sommerbetrieb auf. Mit der Eröffnung des Furka-Basistunnels 1982 war erstmals ein ganzjähriger Betrieb möglich.

Die Route führt von Zermatt im Wallis über Brig, Andermatt, den Oberalppass (Wintersperre bis Mai für KFZ, haha), Disentis und die die Rheinschlucht nach Chur in Graubünden. Von dort geht es weiter über das berühmte 130 m lange und 65m hohe Landwasser-Viadukt über die Albula-Linie nach St. Moritz im Engadin.

Die Strecke führt vorbei an vielen landschaftlichen Highlights wie Oberalppass, Rheinschlucht, der Schluchten bei Preda und endet zum Schluss am Matterhorn. Dabei werden 291 Brücken überquert und 91 Tunnels befahren. Bei Preda werden drei bahntechnische Meisterleistungen durchfahren, nämlich schlaufenförmige Tunnels zur Bewältigung der Höhendifferenzen. Im Berg macht der Tunnel eine Schleife und der Glacier Express kommt ca. 100m über dem Tunneleingang wieder ans Tageslicht. Das Ganze wird dann noch 2x wiederholt.

Die ganze Fahrt dauert ca. 7h, für einen Eisenbahnfan ist die Fahrt ein absolutes Muss und auch die Genießer von Natur und Landschaft kommen voll auf ihre Kosten.


Falls Sie beim Lesen auf den Geschmack gekommen sind, es gibt noch ähnliche, aber erheblich kürzere, Strecken und zwar:

Stand 24.4.2016

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